Sonntag • 26. März
Lettland
18. März 2017

VELKD erneuert Kritik an Abschaffung der Frauenordination

Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Landesbischof Gerhard Ulrich. Foto: Sönke Dwenger/Nordkirche
Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands, Landesbischof Gerhard Ulrich. Foto: Sönke Dwenger/Nordkirche

Riga (idea) – Der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin), hat seine Kritik an der Abschaffung der Frauenordination in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland bekräftigt. Es sei eine „Verletzung der Würde und eine nicht akzeptable Einschränkung der Freiheit eines Christenmenschen“, Frauen die Ordination vorzuenthalten, sagte er am 17. März in der lettischen Hauptstadt Riga. Er nahm dort an einer Internationalen Interdisziplinären Konferenz zum Thema „Reformation in der heutigen Welt“ teil. Nach Ulrichs Worten ist mit der Reformation neu deutlich geworden, dass jeder Mensch von Gott seine unantastbare Würde zugesprochen bekommen hat. Diese Erkenntnis sei die Wurzel von Gleichberechtigung und christlicher Freiheit, und „dieser Freiheit haben wir in der Kirche Raum zu geben“. Die Konferenz wird von der Universität Lettlands und der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland veranstaltet. Am 18. und 19. März macht zudem der Europäische Stationenweg zum Reformationsjubiläum in Riga halt. Er ist eines der zentralen Projekte im 500. Jubiläumsjahr der Reformation. Er verbindet 67 Städte in 47 Kirchen in 19 europäischen Staaten. Seit November ist ein Truck als Geschichtenmobil unterwegs, der für jeweils 36 Stunden vor Ort Station macht.

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LWB: 27 der 145 Mitgliedskirchen lehnen die Frauenordination ab

Die lettische Kirche hatte die Frauenordination im Juni offiziell abgeschafft. Erzbischof Janis Vanags (Riga) ordinierte bereits seit seiner Einsetzung 1993 keine Frauen mehr. Nach seiner Ansicht entspricht die Praxis, ausschließlich Männer als Pastoren einzusetzen, den biblischen Grundlagen und der apostolischen Tradition. Innerhalb der EKD hatte die Entscheidung Kritik hervorgerufen. Die EKD-Synode verabschiedete bei ihrer jüngsten Tagung in Magdeburg eine Erklärung. Darin heißt es, man betrachte die Entscheidung „mit großer Sorge“ und nehme sie „mit Unverständnis“ zur Kenntnis. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland entzog der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands die Hoheit über die von ihr gezahlten Hilfsgelder. Auch das Diasporawerk der EKD, das Gustav-Adolf-Werk (GAW/Leipzig), stellte seine finanzielle Förderung für die lettische Kirche ein. Die Frauenordination wird im Lutherischen Weltbund nicht nur von der lettischen, sondern von insgesamt 27 der 145 Mitgliedskirchen abgelehnt – darüber hinaus unter anderen auch von der römisch-katholischen Kirche und orthodoxen Kirchen.

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