Dienstag • 25. April
„Unser Kreuz hat keine Haken“
21. April 2017

Kirchen rufen zu Demonstration gegen AfD-Parteitag auf

Polizisten bewachen das Maritim Hotel in Köln, in dem die AfD-Spitzenkandidaten während ihres Parteitages einchecken. Foto: picture-alliance/Oliver Berg/dpa
Polizisten bewachen das Maritim Hotel in Köln, in dem die AfD-Spitzenkandidaten während ihres Parteitages einchecken. Foto: picture-alliance/Oliver Berg/dpa

Köln (idea) – Kölner Kirchen unterstützen Protestaktionen gegen den AfD-Bundesparteitag, der am 22. und 23. April in Köln stattfindet. Die örtliche Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) hat zur Teilnahme an der zentralen Kundgebung des Bündnisses „Köln stellt sich quer“ am 22. April auf dem Kölner Heumarkt aufgerufen. Der Protest christlicher Gemeinden gegen das AfD-Treffen stehe unter dem Motto „Unser Kreuz hat keine Haken“, teilte die ACK auf einer Pressekonferenz mit. Auf dem Demonstrationszug durch die Innenstadt würden Kirchenvertreter „gut sichtbar“ ein Banner mit diesem Motto tragen, kündigte die Evangelische Kirche im Rheinland auf ihrer Internetseite an. Am 21. April laden Kölner Kirchen und die ACK zu einem „Politischen Nachtgebet“ in der Evangelisch-Freikirchlichen Friedenskirche (Baptisten) ein. Als Grund für den Protest gegen den Parteitag der AfD nannte der Kölner Stadtsuperintendent Rolf Domning auf der Pressekonferenz, die Bibel rufe zur Nächstenliebe gegenüber Fremden auf. Christen sollten sich gegen nationalstaatlichen Egoismus stellen. Kritik aus den Gemeinden an dem politischen Engagement der ACK habe er bislang nicht wahrgenommen. „Gradmesser für die große Zustimmung in den Gemeinden ist die ungebrochene ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit“, so Domning. Den Kirchenvertretern sei aber wichtig, dass die Demonstration gegen den Parteitag „gewaltfrei bleibt und ein positives Zeichen setzt“, betonte der katholische Stadtdechant, Robert Kleine: „Wir treten ein für unser christliches Menschenbild. Christen begegnen jedem Menschen mit Respekt vor seiner Würde.“

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AfD: Kirchenvertreter verletzen das Gebot der Nächstenliebe

Die AfD kritisiert die Kampagne. „Es steht den Kirchenvertretern nicht gut zu Gesicht, zu Protesten gegen Christen, die es auch in der AfD gibt, und gegen eine demokratische Partei aufzurufen. Sie verletzen dabei nicht nur das Gebot der Nächstenliebe, sondern verhalten sich undemokratisch“, erklärte der Pressesprecher der Partei, Christian Lüth (Berlin), gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Der Grad der Stigmatisierung der AfD durch Kölner Kirchenvertreter sei unerträglich, erklärte die Bundessprecherin der „Christen in der AfD“, Anette Schultner (Hameln), gegenüber idea. „Sie sagen, sie seien gegen Ausgrenzung und grenzen aus. Sie sagen, sie seien gegen Hetze und für friedlichen Protest und demonstrieren mit hetzerischen Parolen de facto Seite an Seite mit brandgefährlichen Linksextremisten“, so Schultner. Sie sei „als Christin wirklich entsetzt über diesen Tiefpunkt polit-hysterischer Agitation unter christlichem Deckmantel“.

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