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Gebetshaus-Leiter
06. Oktober 2017

Für manche Christen bin ich ein „doppelter Satansbraten“

Der Leiter des Gebetshauses Augsburg, der katholische Theologe Johannes Hartl. Foto: idea/kwerk.eu
Der Leiter des Gebetshauses Augsburg, der katholische Theologe Johannes Hartl. Foto: idea/kwerk.eu

Augsburg (idea) – Mit einem humoristischen Kommentar hat einer der gefragtesten christlichen Prediger Deutschlands, der katholische Theologe Johannes Hartl, Vorwürfe protestantischer Kritiker zurückgewiesen, es ginge ihm „um eine subtile Vermittlung katholischer Inhalte“. Diese Anschuldigungen wiesen eine „gewisse Ironie“ auf, weil Katholiken ihn immer wieder ermahnt hätten, durch ihn „dringe ein protestantischer Geist in die katholische Szene ein“. Wie Hartl im sozialen Netzwerk Facebook schreibt, ist das Hauptproblem seiner protestantischen Gegner offenbar seine Mitgliedschaft in der katholischen Kirche. Hartl: „Am Ende jedes Artikels läuft es gewöhnlich auf folgende Argumentation heraus: Weil Johannes katholisch ist, ist das Richtige, das er sagt, wertlos, weil er ist ja katholisch. Und Katholiken glauben an die schrecklichsten Dinge, zum Beispiel, dass man neben Gott auch noch die Himmelskönigin anbeten, mit Toten kommunizieren und sich den Himmel durch Ablassbriefe verdienen solle.“ All seine Versuche, das Evangelium in den schönsten Farben zu malen, dienten nur zur Verschleierung seiner „konfessionellen Abgründigkeit“.

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„Ich bin ein charismatischer Katholik“

Wie Hartl dazu anmerkt, bekennt er sich „schuldig im Sinne der Anklage“: „Ich bin ein charismatischer Katholik.“ Für manche Christen, die Katholiken und Charismatiker ablehnten, sei er deshalb sogar „ein doppelter Satansbraten“. Hartl betont, dass weltweit aber 1,5 Milliarden Christen diesen Gruppierungen angehörten. Entweder müsse man dann 75 Prozent der Weltchristenheit das Christsein absprechen oder „man schluckt den Frosch und anerkennt, dass es eben auch ein paar Frösche gibt, die nicht auf der gleichen Seerose sitzen, wie man selbst“. Ihm sei zudem aufgefallen, dass die meisten seiner Kritiker nicht die Frage beantworteten, was genau unbiblisch oder falsch sei an dem, was er verkündige. Laut Hartl ist es nicht seine Absicht, Menschen aus anderen Kirchen zu Katholiken zu machen. Vielmehr wolle er, „dass Menschen sich inniger in Jesus verlieben“. Hartl leitet im Hauptberuf das Gebetshaus Augsburg. Es ist eine 2005 entstandene Initiative junger Christen innerhalb der (katholischen) Charismatischen Erneuerung. Seit September 2011 beten dort Christen unterschiedlicher Konfessionen rund um die Uhr.

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