Montag • 26. Juni
Homosexuellen-Parade
18. Juni 2017

Evangelische Kirche in Oldenburg erstmals beim Christopher Street Day

Nach Angaben von Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann schlossen sich 20 Pastoren, andere Mitarbeiter und sonstige Kirchenmitglieder der Gruppe an. Foto: Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg
Nach Angaben von Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann schlossen sich 20 Pastoren, andere Mitarbeiter und sonstige Kirchenmitglieder der Gruppe an. Foto: Evangelisch-Lutherische Kirche in Oldenburg

Oldenburg (idea) – Der Kirchenkreis Oldenburg-Stadt der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg hat erstmals mit einer Gruppe an der Homosexuellen-Demonstration „Christopher Street Day Nordwest“ am 17. Juni in der niedersächsischen Stadt teilgenommen. Das teilte die Initiatorin, Kreispfarrerin Ulrike Hoffmann, der Evangelischen Nachrichtenagentur idea mit. Nach ihren Angaben schlossen sich 20 Pastoren, andere Mitarbeiter und sonstige Kirchenmitglieder der Gruppe an. Insgesamt nahmen etwa 15.000 Menschen an der Parade teil. Der Kirchenkreisrat habe zuvor einstimmig beschlossen, dass die Gruppe als Vertreter des Kirchenkreises dessen Logo mitführen soll, so Hoffmann. Ziel der Teilnahme sei es gewesen, dafür zu demonstrieren, dass „Menschen, die sexuell anders geprägt sind, Rechte und Würde haben“, so Hoffmann. Sie sei schon häufig privat mitgelaufen und habe dabei im vergangenen Jahr Demonstranten einer Oldenburger Migrationsgemeinde gesehen, die Kritik an der Parade geäußert hatten. „Ich wollte dafür sorgen, dass das nicht die einzige Meinung ist, die dort vertreten wird“, sagte Hoffmann.

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Pfarrer: Homosexualität ist aus biblischer Sicht legitim

Als Motto hatte die Kirchengruppe die biblische Aufforderung „Macht auch ihr euer Herz weit“ (2. Korinther 6,13) gewählt. Damit solle die Forderung nach „voller Teilhabe von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen in Kirche und Gesellschaft“ ausgedrückt werden, so Hoffmann. Sie sei selbst überrascht gewesen, dass die Entscheidung im Kirchenkreisrat „dermaßen eindeutig und klar“ gewesen sei. Es habe keine kritischen Stimmen gegeben. Bei einem Gottesdienst zu Beginn der Christopher-Street-Day-Parade habe der Pfarrer der Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Oldenburg, Ralph Hennings, Homosexualität aus biblischer Sicht als legitim bezeichnet. Die meisten Kirchen – darunter die römisch-katholische, die orthodoxen und viele Freikirchen – sind dagegen der Überzeugung, dass praktizierte Homosexualität dem Willen Gottes widerspricht. In der oldenburgischen Kirche ist die Segnung eingetragener homosexueller Lebenspartnerschaften seit 2004 möglich. Der „Christopher Street Day“ erinnert an das erste öffentliche Aufbegehren von Schwulen gegen Polizeiwillkür am 28. Juni 1969 in den USA. CSD-Paraden finden in vielen deutschen Städten statt.

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