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Eine kleine Sensation
21. September 2017

Heilsarmee darf im kommunistischen China arbeiten

Die Verantwortlichen der Heilsarmee treffen sich mit den chinesischen Behörden in Beijing. Foto: The Salvation Army
Die Verantwortlichen der Heilsarmee treffen sich mit den chinesischen Behörden in Beijing. Foto: The Salvation Army

London/Hongkong (idea) – Großer Erfolg für die Heilsarmee: Die evangelische Freikirche hat in zwei Provinzen der kommunistischen Volksrepublik China die offizielle Anerkennung durch die örtlichen Behörden erhalten. Die Regionalbüros befinden sich in den süwestchinesischen Regionen Yunnan und Sichuan. Die Heilsarmee darf dort nun unter anderem Katastrophenhilfe leisten, in der Altenpflege tätig sein und Bildungsprogramme durchführen. Sie kann ferner auf Einladung des Chinesischen Christenrates – der offiziellen Vertretung der Protestanten – in den jeweiligen Provinzen an religiösen Aktivitäten mitwirken. Die Zusammenarbeit findet ausschließlich mit staatlich anerkannten Kirchengemeinden statt. Eine Kooperation mit Untergrundgemeinden und eigenständige religiöse Angebote darf es nicht geben.

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30 Jahre geduldig Beziehungen zu Behörden gepflegt

Die Heilsarmee durfte seit 1985 in China nur in wenigen Projekten tätig sein. Die jetzige Anerkennung eröffnet der Freikirche Spielraum für umfassendere Aktivitäten. Für ihr Internationale Hauptquartier in London ist dies das direkte Ergebnis von 30 Jahren geduldiger Beziehungspflege zu Behörden und den Chinesischen Christenräten. Ziel sei es, den Menschen des Landes besser helfen zu können. Die Arbeit auf dem chinesischen Festland wird von der Sonderverwaltungszone Hongkong aus koordiniert. Der Leiter für Hongkong und Macau, Oberstleutnant Ian Swan, sagte: „Gott hat unsere Bemühungen und unseren Wunsch, den Menschen auf dem Festland zu dienen, reich gesegnet.“ Schätzungen zufolge leben in der fast 1,4 Milliarden Einwohner zählenden Volksrepublik China bis zu 130 Millionen Christen. Viele treffen sich in staatlich nicht registrierten Gemeinden. Damit übertreffen sie die Zahl der 83 Millionen kommunistischen Parteimitglieder. Die Heilsarmee wurde 1865 von dem englischen Methodistenpastor William Booth (1829–1912) gegründet. Unter dem Motto „Suppe, Seife, Seelenheil“ ist sie heute in 128 Ländern sozialmissionarisch aktiv. Weltweit hat die Heilsarmee etwa drei Millionen Mitglieder, Mitarbeiter und freiwillige Helfer. Das Hauptquartier für Deutschland, Litauen und Polen befindet sich in Köln. In diesen Ländern gehören 1.400 Personen zur Heilsarmee.

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