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Bedford-Strohm lobt Franziskus
18. April 2017

Der Papst als Repräsentant aller Christen?

v. l.: Papst Franziskus und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Fotos: pixabay.com, idea/Kairospress
v. l.: Papst Franziskus und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Fotos: pixabay.com, idea/Kairospress

München (idea) – Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), kann sich den Papst als Repräsentanten aller Christen vorstellen. „Dass ein Mensch wie Papst Franziskus weltweit große Aufmerksamkeit genießt, kann auch für Christen anderer Konfessionen fruchtbar sein“, sagte er dem Magazin „Focus“ (München) in dessen Osterausgabe. Auf die Frage „Wie viel Papst halten Sie aus?“ antwortete er: „Papst Franziskus strahlt vieles von dem aus, was mit Luthers Hauptanliegen verbunden ist. Seine Glaubenskraft, die Option für die Schwachen, sein Respekt vor der Schöpfung, seine Betonung der Barmherzigkeit inspirieren mich nicht qua Rechtsgewalt des Papstes, sondern weil Franziskus glaubwürdig ausstrahlt, wovon er spricht.“ Zugleich gebe es Trennendes zwischen beiden Kirchen. Bedford-Strohm: „Die ja auch bei uns mühsam errungene Frauenordination ist aus meiner Sicht unaufgebbar.“ Ebenso seien das Priestertum aller Gläubigen und das synodale Prinzip für die evangelische Kirche von zentraler Bedeutung: „Das Jurisdiktionsprimat, also die Rechtsgewalt des Papstes, kann von evangelischen Synoden deshalb nicht anerkannt werden.“ Ob diese Unterschiede aber heute noch kirchentrennend sein müssten, „müssen wir klären“.

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Kreuzabnahme auf dem Tempelberg: „Diese Diskussion tut mir weh“

Bedford-Strohm nahm auch zu seinem Verhalten im Oktober 2016 auf dem Tempelberg in Jerusalem Stellung, als er bei einem Besuch sein Kreuz abgelegt hatte – wie sein Reisebegleiter, der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München). Dazu Bedford-Strohm: „Diese Diskussion tut mir tatsächlich weh.“ Denn es sei ein Eindruck entstanden, „der genau dem diametral widerspricht, was ich vertrete: dass nämlich zum interreligiösen Dialog Erkennbarkeit gehört“. Es habe sich damals um eine extreme Ausnahmesituation gehandelt, weil es ein Jahr zuvor am Sukkot-Fest Tote gegeben habe: „Wir folgten in dieser nicht vorhergesehenen konkreten Situation dem Rat, die Spannung nicht durch demonstratives Zeigen unserer religiösen Symbole zu verschärfen.“

Den Islam nicht generell abwerten

Auf die Frage nach der Gewalt im Islam antwortete Bedford-Strohm, er nehme den Islam sehr unterschiedlich wahr: „Es gibt Verständnisse des Islams, die man in aller Schärfe zurückweisen muss. Allen voran der Fundamentalismus und die Rechtfertigung von Gewalt mit Berufung auf Religion.“ Aber anstatt den Islam deshalb generell abzuwerten oder gar zu verdammen, müsse man die Menschen stärken, „die ihre eigenen Traditionen kritisch reflektieren“.

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