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Bischof Abromeit
25. Dezember 2017

Abtreibungen in unserem reichen Land sind ein Skandal

Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, Hans-Jürgen Abromeit. Foto: Marcelo Hernandez/Nordkirche
Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, Hans-Jürgen Abromeit. Foto: Marcelo Hernandez/Nordkirche

Greifswald/Schwerin (idea) – „Es ist ein Skandal, dass in unserem reichen Land Frauen abtreiben, weil sie keine Möglichkeit sehen, ein Kind aufzuziehen – sei es, dass sie sich zu jung, zu wenig sozial eingebunden oder zu arm fühlen.“ Das beklagt der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), in seiner Botschaft zum Weihnachtsfest. Nach seinen Worten herrscht das Bedürfnis, Schwangerschaft, Geburt und Kindheit umfassend zu kontrollieren. Genetische Selektion solle künftig Behinderungen von vornherein ausschließen. Dabei sei die Grenze zum „Designerbaby“ fließend. Abromeit: „Neun von zehn Kindern mit Verdacht auf Down-Syndrom werden hierzulande abgetrieben, und das ist nur ein Bruchteil der rund 100.000 Abtreibungen im Jahr in Deutschland.“ Der Bischof fragt: „Geben wir hilfebedürftigen Schwangeren wie Maria ‚Herberge‘, wie es in der Weihnachtsgeschichte steht? Kämpfen wir gegen Kinderarmut in unserem ansonsten reichen Land? Stehen wir wie Joseph zu unserer Freundin oder Frau, auch wenn ein Kind unsere Pläne durchkreuzen würde?“ In der Bibel durchkreuze Gott oft die Pläne der Menschen – und zwar, weil er einen besseren Plan für sie habe. Auch die Weihnachtsgeschichte erzähle davon. „Sie ermutigt uns, Gott zu vertrauen und seiner Liebe zu jedem Kind. Und sie rührt uns an, weil sie von der unendlichen Würde erzählt, die jedes schutzlose Kind hat – weil Gott, der Allerhöchste selbst ein Kind geworden ist.“

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Landesbischof Ulrich: Das Kind in der Krippe hat die Kraft, die Welt zu verändern

Der Landesbischof der Nordkirche, Gerhard Ulrich (Schwerin), erklärt in seiner Weihnachtsbotschaft: „Das Kind in der Krippe hat die Kraft, diese Welt zu verändern.“ Diese Veränderung sei dringend nötig, etwa angesichts der neuen Machtspiele zwischen politischen Kräften weltweit und den „deutlich sichtbaren Folgen des Klimawandels“. Es brenne an vielen Orten: „Wir brauchen einen, der die Feuer dieser Welt löscht. Mehr noch: „Wir brauchen einen, der uns lehrt, das Zündeln zu lassen.“ Im Blick auf Deutschland äußerte der Landesbischof, es gebe trotz der Fülle Bürger, denen es am Nötigsten fehle. Menschen hätten Angst, dass sie zu kurz kämen oder ihnen etwas genommen werde. „Populistische Parolen, antisemitische Hetze werden nicht mehr nur hinter vorgehaltender Hand gesagt.“ Ulrich ist auch Leitender Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

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