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Heinrich Bedford-Strohm
20. April 2017

Kein „Ehrenprimat“ des Papstes, aber ...

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: ELKB/Rost
Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Foto: ELKB/Rost

Hannover (idea) – Die Pressestelle der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD/Hannover) hat dem in verschiedenen Medien erweckten Eindruck widersprochen, der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), habe sich in einem Interview mit dem Magazin „Focus“ (München) für ein „Ehrenprimat des Papstes“ ausgesprochen. Bedford-Strohm hatte in dem Interview gesagt, dass Papst Franziskus vieles von dem ausstrahle, was mit Luthers Hauptanliegen verbunden sei: „Seine Glaubenskraft, die Option für die Schwachen, sein Respekt vor der Schöpfung, seine Betonung der Barmherzigkeit inspirieren mich nicht qua Rechtsgewalt des Papstes, sondern weil Franziskus glaubwürdig ausstrahlt, wovon er spricht.“ In seiner Antwort auf die anschließende Frage des „Focus”: „Also ein Ehrenprimat, der Papst Repräsentant aller Christen?“ hatte Bedford-Strohm nicht widersprochen, sondern gesagt: „Dass ein Mensch wie Papst Franziskus weltweit große Aufmerksamkeit genießt, kann auch für Christen anderer Konfessionen fruchtbar sein. Das ersetzt nie die Vielfalt kirchlicher Organisationsformen und Traditionen, die gerade uns Protestanten auszeichnet.“ Wie eine Pressesprecherin der EKD auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, hat Bedford-Strohm in dem Interview „seine Wertschätzung für Papst Franziskus zum Ausdruck gebracht“. Er habe die Auffassung vertreten, dass diese Wertschätzung von vielen Menschen quer durch alle Konfessionen und sogar im außerchristlichen Bereich geteilt werden dürfte. Seine Äußerungen hätten sich nicht auf das „Ehrenprimat“ bezogen. Dazu müsse zunächst geklärt werden, was dies sein solle: „Der Begriff wird zwar gelegentlich verwendet, eine klare Definition gibt es aber nicht.“ Die EKD und ihre Landeskirchen hätten bisher keinen Anlass gesehen, sich mit dieser Frage zu beschäftigen: „Sie steht für die EKD nicht auf der Tagesordnung.“

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