Freitag • 20. Januar
Bekenntniskreis Baden
03. Januar 2017

Theologisch Konservative widersprechen Landesbischof

Kam es nach dem Synodenbeschluss für die Einführung der Trauung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im April zu mehr Kirchenaustritten? Foto: pixabay.com
Kam es nach dem Synodenbeschluss für die Einführung der Trauung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im April zu mehr Kirchenaustritten? Foto: pixabay.com

Karlsruhe/Königsbach-Stein (idea) – Theologisch konservative Protestanten haben Äußerungen des badischen Landesbischofs Jochen Cornelius-Bundschuh und der Oberkirchenrätin Karen Hinrichs (beide Karlsruhe) widersprochen. Sie hatten erklärt, dass es nach dem Synodenbeschluss für die Einführung der Trauung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften im April nicht zu mehr Kirchenaustritten gekommen sei. Das Gegenteil sei der Fall, heißt es in einer am 2. Januar veröffentlichten Erklärung des Bekenntniskreises Baden. Sogar Mitglieder von Gemeindeleitungen hätten der Landeskirche den Rücken gekehrt. Genaue Zahlen nennt der Bekenntniskreis nicht. Ihm zufolge sehen ein Drittel der rund 25 Dekane den Beschluss der badischen Landessynode vom April kritisch. Etliche Gemeinden und Pfarrer hätten es – auch in Erklärungen an den Oberkirchenrat – abgelehnt, solche Trauungen vorzunehmen. Wie der Bekenntniskreis weiter schreibt, gab es bereits drei öffentliche „Gespräche“ mit dem Oberkirchenrat und der Prälatin des Kirchenkreises Südbaden, Dagmar Zobel (Freiburg). Dabei hätten sie die Kritiker „nicht wirklich überzeugen“ können und sich gegenüber Fakten und Argumenten „resistent“ gezeigt.

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Landesbischof und Oberkirchenrätin „postfaktische Täuschung“ vorgeworfen

Die Auffassung von Cornelius-Bundschuh und Hinrichs, nur ein paar wenige seien überhaupt an diesem Thema interessiert oder hätten sich gegen den Synodenbeschluss ausgesprochen, sei geprägt von einer „eklatanten Missachtung der Tatsachen“. So hätten rund ein Dutzend geistliche Werke und Institutionen sowie viele Hauptamtliche und Älteste der Entscheidung öffentlich widersprochen. Somit stellten die Aussagen der beiden Kirchenvertreter „eine postfaktische Täuschung dar, die wohl nur dazu dienen soll, Gespräche über Inhalte zu verweigern, indem man sie als irrelevant und unnötig darstellt“. Nicht einer der Kritikpunkte am Synodenbeschluss – vor allem „die völlig fehlenden biblischen Grundlagen“ – sei bislang ausgeräumt worden. Für den Bekenntniskreis Baden trägt dies „zur weiteren Spaltung der Landeskirche bei“. In ihm haben sich Mitglieder der evangelischen Landeskirche zusammengeschlossen. Sie wenden sich unter anderem dagegen, gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften der Ehe gleichzustellen. Pressesprecher ist der Religionswissenschaftler Horst Fix (Königsbach-Stein).

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