24. Dezember 2012
Weihnachten
„Fest der Hoffnung wider die Aussichtslosigkeit“

Düsseldorf/München/Braunschweig (idea) – Gegen Krieg, Gewalt und soziale Ungerechtigkeit wenden sich evangelische Kirchenleiter in ihren Botschaften zum Christfest. Der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), erinnert an die Gewalt im syrischen Bürgerkrieg sowie an die zivilen Opfer in Israel, Palästina und Afghanistan. Ferner ruft er zur Solidarität innerhalb Europas mit Griechenland auf und mit jenen Menschen, die in Deutschland ins Abseits geraten. Schneider: „Die Weihnachtsbotschaft fordert uns heraus, für diese Menschen die Stimme zu erheben und nach sozialer Gerechtigkeit zu suchen.“ Weihnachten sei ein „Fest der Hoffnung wider die Aussichtslosigkeit“. In Jesus habe sich Gott den Menschen liebevoll zugewandt. Jesus habe auch Leid und Tod auf sich genommen. In seinem Sterben und Auferstehen habe sich „Gottes Lebensmacht als stärker erwiesen, stärker als alle Todesmächte dieser Welt“.
„Die Armut schreit zum Himmel“
Der badische Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe) sieht in der Weihnachtsbotschaft eine Verpflichtung und Ermutigung zum sozialen und politischen Handeln. Er verweist auf Probleme wie Klimawandel, Rechtsextremismus und die Euro-Krise. Der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Martin Hein (Kassel) erinnert daran, dass Jesu in ärmlichen Verhältnissen zur Welt kam. Im Blick auf die Gegenwart stellt er fest: „Die Armut schreit zum Himmel. Darum wurde Gott Mensch und ging mitten in sie hinein.“
Landesbischof bei schwangeren Jugendlichen
Der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München) verbrachte den Heiligabend mit heimatlosen jungen Frauen. Er besuchte in München zwei Häuser der Inneren Mission, in denen fünf Jugendliche wohnen, die schwanger sind oder ein Kind haben und wegen ihrer Flucht aus dem Heimatland oder unzumutbarer Umstände nicht mehr im Elternhaus bleiben konnten.
Gewalt gegen Kinder lästert Gott
Der braunschweigische Landesbischof Friedrich Weber (Wolfenbüttel) macht in seiner Weihnachtspredigt unter anderem auf die Gewalt gegen Kinder aufmerksam. Im vergangenen Jahr seien 146 Kinder unter 14 Jahren dadurch in Deutschland ums Leben gekommen; die Fälle sexuellen Missbrauchs seien auf etwa 14.330 gestiegen. Die Gewalt gegen Kinder lästere Gott, sagte Weber am 24. Dezember im Braunschweiger Dom.