Donnerstag, 24.04.2014

18. Dezember 2012

Islamische Mission

Schritt für Schritt wird der Westen muslimisch

Schritt für Schritt wird der Westen muslimisch
Der Islamwissenschaftler Carsten Polanz. Foto: Privat

Bonn (idea) – Eine Strategie der schrittweisen Islamisierung des Westens verfolgen gemäßigt islamistische Gelehrte. Allmählich soll das Religionsgesetz, die Scharia, immer größeren Einfluss auf alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche gewinnen. Darüber informiert der Islamwissenschaftler Carsten Polanz vom Institut für Islamfragen der Deutschen Evangelischen Allianz (Bonn) in einer Pressemitteilung vom 17. Dezember. Eine Schlüsselfigur sei der in Katar lebende ägyptische Fernsehprediger Yusuf al-Qaradawi. Der „Medienscheich“ sei durch seine Programme im Fernsehsender al-Dschasira und seine mehr als 130 Bücher zu einem „Chefideologen“ der Muslim-Bruderschaften geworden. Sie haben unter anderem den umstrittenen ägyptischen Verfassungsentwurf geprägt. Polanz: „Die vor allem jungen Ägypter, die Kopf und Kragen für einen säkularen Rechtsstaat riskiert haben, in dem die Menschen- und Bürgerechte nicht unter Scharia-Vorbehalt stehen, in dem Frauen und Nicht-Muslime nicht Menschen zweiter Klasse sind, müssen nun eine islamistische Schein-Demokratie befürchten.“ Allmählich solle sich am Nil der Wandel zu einer Gesellschaft „unter der Leitung der göttlichen Scharia“ vollziehen.

Ideologie statt Kampf

Für westliche Staaten propagiere al-Qaradawi eine ähnliche Strategie. Nicht mit Schwert oder Kampf, sondern mit Predigt und Ideologie solle sich der Islam in Europa durchsetzen. Der Kontinent befinde sich aufgrund des Materialismus und der sexuellen Freizügigkeit in einem „erbärmlichen Zustand“. Um sein Ziele zu verwirklichen, habe al-Qaradawi mehrere Institutionen gegründet, etwa die Internationale Union Muslimischer Gelehrter in London. In Westeuropa leben laut Polanz rund 20 Millionen Muslime und in den USA etwa sieben Millionen. Die politischen Freiheiten böten ihnen unvergleichliche Chancen zur Mission. Dabei gehe es keineswegs nur um den persönlichen Glauben, sondern auch um die Durchsetzung einer islamischen Gesellschaftsordnung. Am Ende stehe idealerweise ein ganz von der Scharia beherrschter Staat.

Siebenstufiger Prozess der Islamisierung

Laut al-Qaradawi durchlaufen die islamischen Minderheiten im Westen einen siebenstufigen Prozess. In der fünften Phase komme es derzeit durch den Bau von Moscheen und die Gründung islamischer Schulen zum Aufbau eigener Institutionen. Im sechsten Schritt gewöhne sich die nicht-muslimische Mehrheitsgesellschaft an die dauerhafte und sichtbare Präsenz des Islam. Nach al-Qaradawis Vision sollen sich Muslime um Professionalisierung auf allen Ebenen bemühen. Danach sollten sie Schlüsselpositionen einnehmen, um die westlichen Wissenschaften und ihre Konzepte der Demokratie und der Menschen- und Bürgerrechte zu islamisieren.

Die „neue Sprache“ der Mission

Polanz weist auch darauf hin, dass sich islamistische Vordenker in unterschiedlichem Maße für eine „neue Sprache“ der Mission aussprechen, um eine günstige Atmosphäre zu schaffen. Al-Qaradawi und andere beschrieben sie den Islam häufig als Religion des Friedens und der Toleranz sowie den Dschihad („Heiligen Krieg“) als bloßen Kampf gegen die eigenen charakterlichen Schwächen und Widerstand gegen Besatzung und Unterdrückung. Das Scharia-System werde als „gerechte Ordnung“ oder Garant für soziale Gerechtigkeit dargestellt. Laut Polanz sollte man sich aber nicht durch Begriffe beeindrucken lassen, sondern klären, was gemeint sei: „Wird die Gleichberechtigung von Männern und Frauen, von Muslimen und Nicht-Muslimen uneingeschränkt anerkannt und befürwortet? Im Familienrecht, im Erbrecht, im Prozessrecht, im Strafrecht? Wird das Gewaltmonopol des Staates uneingeschränkt anerkannt, also auf das Prinzip der Vergeltung verzichtet? Werden das private und öffentliche Recht und die Gerichtsbarkeit in Deutschland uneingeschränkt akzeptiert?“

6 Leserkommentare
Johannes3.16 | 09.02.2013 um 15:33 Uhr

Die Islamisierung erfolgt gemäß dem Koran und dem Vorbild Muhammads in drei Stufen: 1. Predigt von Toleranz und Frieden: In Zeiten der Schwäche als Minderheit arrangiert man sich mit den „Ungläubigen“, so wie es in Mekka zu Beginn des Islam zunächst war. 2. Abwehr der „Ungläubigen“ und ihrer Einflüsse: Bei zunehmender Stärke werden die Ansprüche gegenüber den „Ungläubigen“ immer lauter: der Bau von immer mehr und immer größeren Moscheen - öffentlicher Muezzinruf mit der Aufforderung, sich allein Allah zu beugen - Forderungen nach sozialen Leistungen und mehr Rechten gegenüber der alteingesessenen Bevölkerung – wie es dann in Medina gehandhabt wurde. 3. Schließlich der Kampf gegen die „Ungläubigen“, die entweder auch Muslime werden müssen oder als tributpflichtige Bürger zweiter Klasse (Dhimmis) bestenfalls geduldet sind. Einführung der Schari´a. --- Diese Etappen der Islamisierung sind gut erkennbar in der Geschichte der einst christlichen Türkei nach dem Fall von Konstantinopel (1453). Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren in der Türkei ca. 25 Prozent der Bevölkerung Christen. Heute sind es nur noch etwa 0,2 Prozent; eine unterdrückte, kaum geduldete Minderheit, aller religiösen Rechte und fast aller Menschenrechte beraubt. Bezeichnenderweise war bei der nachfolgenden Eroberung Belgrads (1456) auf den Schwertern der islamischen Kämpfer eingraviert: „Das Paradies liegt im Schatten der Schwerter.“ (Buhari: „Djihad“, zit. in Moussa Afschar: Der Heilige Krieg, S. 37, Stuttgart 2004) Das wird auch heute nicht anders gesehen!    

milan | 18.12.2012 um 23:10 Uhr

@ Dijle Es wäre tatsächlich sehr vorteilhaft, für ihn und viele andere, wenn er sich bekehren würde.

milan | 18.12.2012 um 23:09 Uhr

@ Schmall Es besteht weder Gefahr für das Christentum, noch für das Evangelium. Beides bleibt bis zur Wiederkunft Jeshuas intakt. Gefahr aber besteht für Babychristen wieder vom Wort abzufallen. Alle Menschen, die Jeshua als ihren Herrn ablehnen, gehen verloren. Diese Aussage bewirkt teils heftige Reaktionen, aber schließlich ist jeder frei, Gottes Wort anzunehmen oder abzulehnen. Volksmund: "wer nicht will, der hat; wer gegessen hat, ist satt." --- Würden die Christen allesamt in Vollmacht und Autorität (des Heiligen Geistes) das Wort verkündigen, würde Gott sein Wort mit Zeichen und Wundern bestätigen. Wo das gemacht wird, werden Bekehrungen, Heilungen und Wunder sichtbar. Wo Gott nicht in Wahrheit und im Geist angebetet wird, predigt ein humanistischer Geist erfolglos. --- Aus dem Islam spricht die Schlange teils mit süßer Zunge teils mit drohender Gewalt, beides widerspricht dem Charakter des Schöpfers. Wer Gott sucht, wird Ihn finden. Wer nicht sucht verfällt der Versuchung, sieh Drogen aller Art (auch freier oder abartiger Sex, sprich Homosexualität), sowie auch Gier und Geiz, Macht und Kontrolle. Der arabische Frühling ist ein passendes Beispiel dafür, er geht zu Lasten der Mehrheit, was nicht sofort sichtbar ist. --- Ein von neuem geborener Christ, ausgerüstet mit dem Heiligen Geist, kann der Teufel nicht überwinden, wenn er sich nicht verführen lassen will, indem er sich ständig dem Heiligen Geist unterordnet. Auch das ist Teil der guten Nachricht Jeshuas. Widersteht dem Teufel und er flieht von euch. Aber all die wackligen Christen müssen echt fürchten, weil sie entweder nicht wissen , welche Autorität ihnen zur Verfügung steht, oder weil der Heilige Geist noch keine Wohnung in ihnen bezogen hat. --- Was der Islam kann oder macht oder nicht ist Wurst, weil er sich dem Namen Jeshua beugen muss und unterordnen muss. "Vor dem Namen Jeshua muss sich jedes Knie beugen". Vor dem Namen Jeshua ist der Teufel mit Hut so hoch wie eine Briefmarke. Das Problem ist, dass die wenigsten Christen sich über die praktische Auswirkung dieser biblischen Aussage bewusst sind. Darum spricht Adonai: "Mein Volk stirbt aus Mangel an Erkenntnis". Seien Sie reichlich gesegnet im Namen Jeshua Adonai.

Golf-Variant | 18.12.2012 um 19:32 Uhr

Wenn der Islam es schafft, dass der Westen bzw. Deutschland islamisch wird, ist bald das Christentum ausgestorben. Jeder weiß doch, was im Koran steht. Mordaufrufe gegen Juden und Christen. Meine Tochter, wohnhaft in Kassel, hat heute bei einem Stand des Weihnachtsmarktes solch einen Koran bekommen. Hingegen werden in Lübeck Bibeln verteilt. Es sollte jeder Christ sich für das Christentum stark machen - solange wir es noch können.

StSDijle | 18.12.2012 um 13:39 Uhr

Das liest sich jetzt wie der Plan zur Neuevangelisierung des Papstes.

Schmall | 18.12.2012 um 12:04 Uhr

Nun bin ich kein Experte, zugegeben, aber kann in meinem Umfeld die Aussagen dieses Experten nicht beobachten. Hier in Marburg sehe ich Schritt für Schrit eine voranschreitende Säkularisierung der Gesellschaft, die auch nicht vor der muslimischen Schicht halt macht. Wenn es also eine "Gefahr" aus religilöser Sicht für das Christentum gibt, dann sage ich: Es ist die Gleichgültigkeit einer zunehmend irgendwie-gläubigen und atheistischen Gesellschaft gegenüber dem Evangelium von Jesus Christus. Bei "Missionseinsätzen" (z.B. Vorträge, Einladungen zu bsonderen Gottesdiensten, Straßen-Cafe mit Theo-Talk der smd an der Uni für interessierte Passanten) wurden wir nicht von Moslems gestört, sondern von der Gleichgültgkeit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger. Nur wenige waren interessiert. Anderseits gab es einige Mitbürgerinnen und Mitbürger, die uns offen mitgeteilt haben, dass sie uns aus dem öffentlichen Raum verbannen würden, wenn sie könnten... (im hart durchgreifenden Säkularismus gibt es eben auch eine Tendenz zum Totalitären; nicht nur bei Moslem-Brüdern) und das waren keine Moslems!

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