Donnerstag, 17.04.2014

24. Dezember 2012

Weihnachten 2012

Ein Platz bleibt frei für Verfolgte

Ein Platz bleibt frei für Verfolgte
Der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib A. Younan. Foto: LWF/Milton Blanco

Bethlehem/Jerusalem (idea) – Millionen Christen können nicht in Ruhe Weihnachten feiern. Sie leben in Kriegsgebieten und Flüchtlingslagern oder in ständiger Angst vor Anschlägen und Verfolgung. Nach Schätzungen werden rund 100 Millionen Christen wegen ihres Glaubens bedrängt. In diesem Jahr fallen die Weihnachtsfeiern zum Beispiel in Syrien, dem Libanon, Ägypten und Nigeria bescheiden aus. Selbst in Bethlehem, dem Geburtsort Jesu, verteilen im Angesicht des touristischen Andrangs einheimische arabische Christen Nahrungsmittelpakete an bedürftige Nachbarn. Eine US-amerikanische Organisation ruft Christen auf, einen Platz am gedeckten Weihnachtstisch freizuhalten – als Symbol für die um ihres Glaubens willen Verfolgten.

Auch Maria und Josef mussten fliehen

Der Präsident des Lutherischen Weltbundes (LWB), Bischof Munib A. Younan (Jerusalem), ruft in seiner Weihnachtsbotschaft die 143 Mitgliedskirchen auf, im Einsatz für alle Ausgegrenzten, Vertriebenen und Verfolgten nicht nachzulassen. Er erinnert daran, dass auch Maria und Josef mit dem Jesuskind vor König Herodes fliehen mussten. Der Palästinenser Younan: „Wir können die Heilige Familie heute in den Flüchtlingsfamilien wieder erkennen.“ Knapp 44 Millionen Menschen seien heute auf der Flucht.

Evangelisation bei Bethlehem

In der Nähe von Bethlehem kamen in der Woche vor Weihnachten mehr als 1.000 Palästinenser aus dem Westjordanland auf einem Hirtenfeld zusammen. Dabei predigte der arabische Evangelist Victor Hashweh. Nach Angaben des Informationsdienstes Assist bekundeten 200 Besucher, dass sie Christen geworden seien. Unterdessen helfen Christen in den palästinensischen Gebieten ihren bedürftigen Nachbarn mit Lebensmitteln aus.

Syrien: Zwischen den Fronten des Bürgerkriegs

In Syrien findet sich die christliche Minderheit zwischen den Fronten der Aufständischen und des Regimes von Staatschef Baschar al-Assad. Der 20 Monate währende Bürgerkrieg hat mindestens 40.000 Menschenleben gekostet; die Zahl der Flüchtlinge wird auf 700.000 geschätzt. Von den 21 Millionen Einwohnern sind 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen; davon sind jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe plus kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung besteht aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen.

Iran: Christen hinter Gittern

Im Iran müssen mehrere frühere Muslime wegen ihres Übertritts zum Christentum um ihr Leben fürchten. So wurde der 32-jährige Saeed Abedini im Juli verhaftet. Er war mit 20 Jahren während einer Ausbildung zum Selbstmordattentäter zum christlichen Glauben gekommen und hatte 2002 eine US-Amerikanerin geheiratet. Sie wanderten 2005 in die USA aus, kehrten aber oft in seine Heimat zurück, um christliche Untergrundgemeinden in 30 iranischen Städten zu betreuen. In der Haft wird er laut Presseberichten geschlagen. Die US-amerikanische Christliche Verteidigungs-Koalition (Washington) ruft Christen auf, zum Gedenken an Abedini und andere Verfolgte einen Platz am Weihnachtstisch freizulassen. Im Gefängnis misshandelt wird auch Pastor Behnam Irani, der seit Juni 2011 hinter Gittern sitzt. Die iranische Justiz fordert die Todesstrafe wegen „Abfalls vom Islam“ und „Verbreitung nicht-islamischer Lehre“. Zu sechs Jahren Haft wegen „Aktionen gegen die Staatssicherheit, Kontaktaufnahme zu ausländischen Organisationen und religiöser Propaganda“ ist Pastor Farshid Fathi verurteilt, den die Evangelische Nachrichtenagentur idea und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte als „Gefangenen des Monats Oktober“ benannt hatten. Von den 74,2 Millionen Einwohnern Irans sind 99 Prozent Muslime. Die Zahl der Konvertiten zum christlichen Glauben wird auf 250.000 geschätzt. Ferner gibt es bis zu 150.000 meist orthodoxe armenische und assyrische Christen.

Nigeria: Furcht vor Boko Haram

In Angst vor Anschlägen islamischer Extremisten verleben die Christen im westafrikanischen Nigeria Weihnachten. Seit Jahren verübt dort die radikal-islamische Terrororganisation Boko Haram („Alles Westliche ist Sünde“) besonders an hohen christlichen Feiertagen Anschläge auf Kirchen. Im vorigen Jahr starben an Weihnachten in einer Kirche in Madalla 35 Menschen. Boko Haram will einen islamischen Gottesstaat errichten. Nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) sind der Terrorgruppe seit 2009 mehr als 3.000 Menschen zum Opfer gefallen. Nigeria hat etwa 165 Millionen Einwohner. Über die Hälfte bekennt sich zum Islam. Der Anteil der Christen wird auf 40 bis 48 Prozent geschätzt.

2 Leserkommentare
milan | 25.12.2012 um 13:26 Uhr

@johannes3.16. Hallelujhvh, amen.

Johannes3.16 | 24.12.2012 um 15:52 Uhr

Ausgerechnet der arabische Präsident des LWB ruft dazu auf, sich für Flüchtlinge und Vertriebene einzusetzen. Meint er etwa die 13,5 Millionen deutschen Flüchtlinge und Vertrieben aus den Gebieten jenseits von Oder und Neiße, die nach verlorenem Angriffskrieg auf ihre alte Heimat verzichten mussten und ins klein gewordene Rest-Deutschland integriert wurden? Diese gewaltige Aufgabe wurde bewältigt und damit eine Zukunft in Frieden vor allem mit Polen bewirkt. So allerdings denken die arabischen Flüchtlinge, die nach und nach in das prosperierende Israel einsickerten, nicht. Auch nicht Younan und sein lutherischer Mitstreiter Mitri Raheb. Diese streitbaren Theologen und der Vorgänger Younans, Bischof Nasser, die es doch besser wissen müssten, leugnen, dass Bethlehem ein jüdische Stadt ist, die schon mehr als sieben Jahrhunderte zuvor von dem Propheten Micha als Ort der Geburt des Messias vorhergesagt wurde. In der Stadt, in der einst König David geboren wurde, sollte auch der „Davidssohn“, der Messias Jeshua, geboren werden, nicht nur zum Heil für Sein Volk, sondern auch für die Heiden, die sich IHM zuwenden würden. Doch davon wollen die „Palästinenser“ Younan, Nasser und Raheb, nichts wissen. Obwohl Israel (Judäa, Samaria und Galiläa) viele Male im AT als „GOTTES Eigentum“ bezeichnet wird, das Israel zu „ewigem Besitz“ zugeeignet wurde, erfanden sie die so genannte „Palästinensische Theologie“, die sich eng an die uralte „Ersatz- bzw. Enterbungs-Theologie der Kirche (seit dem 2. Jahrhundert) anschließt. So lehnen diese „christlichen“ Araber die Gültigkeit des so genannten Alten Testaments rundweg ab, obwohl der HERR JESUS selbst die Gültigkeit des AT ausdrücklich bestätigte (Mt 5,17f) und als der angekündigte und gekommene Messias die Botschaft des göttlichen Wortes auch erfüllte. Damit wurde der Alte Bund nicht etwa aufgehoben, sondern durch den Neuen erweitert. Wenn diese Führergestalten der „christlichen“ Araber in ihrem Kampf gegen Israel beharren, wird es keinen Frieden geben. Auch werden die von Israel errichteten Schutzmauern gegen arabisch-muslimische Terroristen so lange stehen bleiben, wie damit selbstmörderische Attacken gegen Juden verhindert werden. Auch würde die Gründung eines Staates „Palästina“, den es in der Geschichte ebenso wenig gab wie ein „palästinensisches“ Volk, die Situation nur verschlimmern. Ein solches Gebilde, etwa so klein wie der Saarkreis, wäre heutzutage nicht existenzfähig, wäre ständig auf erhebliche Finanzhilfe (Steuergelder aus Deutschland und USA) angewiesen und wäre zugleich das Aufmarschgebiet der islamischen Terroristen. Unaufgebbar ist für Israel auch seine 3.000 Jahre alte Hauptstadt Jerusalem, zugleich der Zion mit der heiligen Stätte, die sich GOTT selbst als „Wohnung“ ausgewählt hat. Hier wäre kein Platz für die Verehrung des arabischen Mondgottes Allah! Die beste, weil einfachste Lösung: alle Araber, die Freiheit und Demokratie als „antiislamisches System“ ablehnen bzw. bekämpfen, ziehen in die Länder ihrer Vorfahren zurück, erhalten eine einmalige Hilfe (ähnlich dem Marshallplan) aus den übervollen Kassen ihrer arabischen Brüder – und meinetwegen auch aus dem Westen – um die Wiederansiedlung in der „Arabischen Nation“ zu erleichtern (siehe PLO-Charta, Art. 13!). Ebenso sollte auch Sua Arafat die 900 Millionen Euro „Entwicklungshilfe“ herausrücken, die Yasser auf seine Privatkonten in der Schweiz umgeleitet hat (Feststellung des IWF!). Wenn die Araber ihre Waffen niederlegen, wird es Frieden geben – wenn Israel seine Waffen niederlegt, wird es zerstört werden. Aber das wird GOTT nicht zulassen! Eine frohe und gesegnete Weihnacht allen Menschen SEINES Wohlgefallens (Luk 2,14)!  

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