Donnerstag, 23.05.2013

25. Dezember 2012

Reformationsjubiläum

Bischof Weber für katholische Beteiligung

Bischof Weber für katholische Beteiligung
Der Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Friedrich Weber, ist auch Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). Foto: PR

Wolfenbüttel/Rom (idea) – Eine katholische Beteiligung am Reformationsjubiläum 2017 findet immer mehr Befürworter. Am 31. Oktober 1517 hatte der Reformator Martin Luther (1483-1546) 95 Thesen an der Tür der Schlosskirche von Wittenberg befestigt und damit die Reformation ausgelöst. Als deren Folge entstand die evangelische Kirche. Nach Angaben des Bischofs der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig, Friedrich Weber (Wolfenbüttel), ist im Jubiläumsjahr eine gemeinsame Feier von Katholiken und Protestanten möglich, bei der Vertreter beider Konfessionen ein Schuldbekenntnis ablegen. Dies sei eines von vielen gemeinsamen Projekten, die nicht nur angedacht oder geplant seien, „sondern laufen“, sagte Weber dem Radiosender „Deutsche Welle“ (Bonn). Weber ist auch Catholica-Beauftragter der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. Als weitere gemeinsame Beiträge der Kirchen nannte er eine ökumenische Neukommentierung der 95 Thesen Martin Luthers sowie eine ökumenische Herausgabe der wichtigsten Lutherschriften.

Schuld sollte bekannt werden

In einem Interview mit dem katholischen Informationsdienst kath.net (Linz/Österreich) erläuterte der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch (Rom), mögliche Inhalte eines evangelisch-katholischen Schuldbekenntnisses. Martin Luther habe eine Erneuerung der katholischen Kirche angestrebt und keine Gründung von neuen Kirchen. Deshalb könne die aus der Reformation hervor gegangene Kirchenspaltung und das Entstehen von neuen evangelischen Kirchen nur als Scheitern der Reformation bezeichnet werden. Man könne erst dann von einem Gelingen sprechen, wenn die Einheit wiederhergestellt sein wird. Außerdem hätten die Kirchenspaltung und die anschließenden blutigen Konfessionskriege des 16. und 17. Jahrhunderts, vor allem der Dreißigjährige Krieg (1618-1648), dem Christentum in Europa großen Schaden zugefügt und viel zur Säkularisierung beigetragen: „Weil das Christentum geschichtlich nur noch greifbar gewesen ist in der Gestalt der verschiedenen Kirchen und Gemeinschaften, die einander bis aufs Blut bekämpft haben, hat die neuzeitliche Gesellschaft das Fundament des gesellschaftlichen Friedens nicht mehr in der Religion gesehen, sondern ihn auf eine neue Basis abgesehen vom Christentum gestellt.“ Man solle nicht von einem Reformationsjubiläum sprechen, sondern von einem Reformationsgedenken.

Katholiken auf dem Wege der Mitreformation

Bereits Anfang Dezember hatte der Ökumene-Beauftragte der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Gerhard Feige (Magdeburg), erklärt, er könne sich eine deutlichere katholische Beteiligung beim Reformationsgedenken vorstellen. Dabei sollte es darum gehen, „uns mit Jesus Christus als dem Gekreuzigten und Auferstandenen gemeinsam tiefer zu verbinden“. Dadurch würde der Welt ein Zeichen der Hoffnung gegeben, so dass Katholiken „sogar ein wenig mitfeiern“ könnten. Feige zufolge hat die katholische Kirche in den vergangenen Jahrzehnten mehrere Anliegen Luthers aufgegriffen. Dazu gehörten das Verständnis von Kirche als Volk Gottes und der kirchlichen Ämter als Dienste sowie das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen. „Man könnte fast sagen: Die katholische Kirche hat sich vom Weg der Gegenreformation auf den der Mitreformation begeben“, so Feige.

2 Leserkommentare
Jojo | 27.12.2012 um 22:51 Uhr

Klingt so als würde die Wunde heilen von der in Offenbarung 13,11-16 die Rede ist. Mal schauen, wann es soweit ist, dass das Bild aufgerichtet werden soll. Und wo wir schon in der Offenbarung sind: [...] Gefallen, gefallen ist Babylon, die Große, und ist eine Behausung der Dämonen geworden und ein Gefängnis aller unreinen Geister und ein Gefängnis aller unreinen und verhassten Vögel. Denn von dem Glutwein ihrer Unzucht haben alle Völker getrunken, und die Könige der Erde haben mit ihr Unzucht getrieben, und die Kaufleute der Erde sind von ihrer gewaltigen Üppigkeit reich geworden. [...] Geht hinaus aus ihr, mein Volk, damit ihr nicht ihrer Sünden teilhaftig werdet und damit ihr nicht von ihren Plagen empfangt! Denn ihre Sünden reichen bis zum Himmel, und Gott hat ihrer Ungerechtigkeiten gedacht. (Offenbarung 18,1-5)

milan | 25.12.2012 um 20:31 Uhr

Zwick mich, ob ich richtig gelesen habe. --- Man versucht eine Neuinterpretation der 95 lutherischen Thesen? Haben denn 500 Jahre lang nur Einfältige gelebt, mit Ausnahme Roms natürlich. Schließlich erklärt Rom ja soeben das Scheitern der Reformation. Einen Teilerfolg kann man Rom indes zubilligen. Die Teilnehmer an der Ökumene lassen sich nur allzu gern einlullen, von der imaginären Bereitschaft Roms, ihr Aufeinanderzugehen bedeute das Schuldgeständnis irgendeines Papstes oder Konzils und die Rehabilitierung der Ausgestoßenen, sowie die Annahme irgendeiner Position aus der Reformationszeit. Sicher, es gibt das Ziel alle anderen heim ins Reich zu holen, soweit es möglich ist, mehr auch nicht. Dabei werden viele Manöver und Pläne behilflich sein. --- Ein Reformationsgedenken trägt in sich schon das Ableben der Reformation als eine vollendete Sache. Welch ein Schlag ins Gesicht derer, die durch die Reformationsgegner europaweit ermordet wurden, zudem ja die Spaltung durch die Exkommunizierung hervorgerufen wurde. Wie gut das Tote nicht widerrufen können, sonst würde der Geist der Isebel auch noch versuchen, die zu manipulieren. --- Geht die augenblickliche Tendenz weiter, so werden möglicherweise nicht wenige Kirchenfürsten gegen ein entsprechendes Amt in den römischen Schoß zurückkehren, in der Überzeugung, dass die Lämmer den Jordan in östlicher Richtung überschreiten. Warum nach Osten? Zum Ursprung der Mutter-Kind Theologie Babylons, die ja so vortrefflich in die Römische eingeflochten wurde. --- Eines kann man indes sicher sein, Reformation, Ökumene und Wiedervereinigung werden noch viele Bits belegen. --- Wie die Bibel so trefflich sagt, kämpfen wir nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen Fürstentümer und Gewalten. Es brauch sich also kein Befürworter der Ökumene persönlich angegriffen fühlen, sondern aufgerufen sich ausschließlich auf Jeshua auszurichten, der Vergebung aus Gnade durch den Kreuzestod und Wiederauferstehung. Diese Gnade steht allen Menschen weltweit als Möglichkeit offen, um der Ewigen Verdammnis zu entgehen. --- Abschließend noch eine Bemerkung. Einer meiner Computer ist blockiert und weist eine Anzahl an versteckten Dateien auf, 29158 an der Zahl. Das darf ich möglicherweise als Kompliment meiner Kommentare werten. --- Ich segne jeden Leser im Namen Jeshua Adonai.

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