Sonntag, 20.04.2014

21. September 2012

„Marsch für das Leben“

Abtreibung ist die häufigste Todesart

Abtreibung ist die häufigste Todesart
Der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann. Foto: Privat

Berlin (idea) – Das Recht auf Leben ist heute massiv bedroht. So wie es vor 40 Jahren darum ging, ein Bewusstsein für die Bedeutung des Umweltschutzes zu schaffen, muss heute auf die Notwendigkeit des Lebensschutzes aufmerksam gemacht werden. Diese Ansicht vertrat der Vorsitzende des Bundesverbandes Lebensrecht, Martin Lohmann (Bonn), am 21. September vor Journalisten in Berlin. Der Bundesverband veranstaltet am 22. September einen „Marsch für das Leben“. Er steht unter dem Motto „Ja zum Leben – für ein Europa ohne Abtreibung und Euthanasie“. Der Marsch beginnt mit einer Kundgebung vor dem Bundeskanzleramt. Anschließend werden die Teilnehmer schweigend durch die Stadt ziehen. Weiße Kreuze sollen ihre Trauer darüber auszudrücken, dass werktäglich in Deutschland rund 1.000 Kinder im Mutterleib getötet würden. Den Abschluss bildet ein ökumenischer Gottesdienst in der St.-Hedwigs-Kathedrale.

Lohmann: Wenn es ein Koran gewesen wäre

Lohmann zufolge ist der Lebensschutz noch wichtiger als der Umweltschutz. Jeder Mensch habe ein Recht auf Leben, unabhängig davon, ob er jung oder alt, gesund oder krank, geboren oder ungeboren sei. Es gelte, die Tötung von Ungeborenen zu vermeiden und „Zeugnis für die Kultur des Lebens“ abzulegen. Wie Lohmann sagte, ist auch in diesem Jahr mit Widerstand von Gegendemonstranten zu rechnen. In den vergangenen Jahren hätten sie diese Kreuze entwendet und in die Spree geworfen oder auf die Kreuze Puppen und Kondome genagelt. Zudem sei eine Bibel in Brand gesteckt worden. Es sei unverständlich, dass es dagegen in der Öffentlichkeit so wenig Empörung gebe. Lohmann: „Wäre es ein brennender Koran gewesen, wäre das in allen Medien der Aufmacher gewesen.“ Zur Frage, warum nur verhältnismäßig wenige Christen an der Demonstration teilnehmen, erklärte Lohmann, viele scheuten den Aufwand, um dafür nach Berlin zu fahren. Man habe im Land jedoch zigtausende Unterstützer, die die Ziele des Veranstalters zu 100 Prozent unterstützten.

80 % werden zur Abtreibung gedrängt

Der Bundesvorsitzenden der Christdemokraten für das Leben (CDL), Mechthild Löhr (Königstein/Taunus), zufolge, wird Abtreibung international immer häufiger als Menschenrecht eingefordert und als vom Staat unterstützte Maßnahme angesehen. So werde in Deutschland jede Abtreibung staatlich finanziert. Nach Angaben Löhrs werden laut Weltgesundheitsorganisation weltweit 40 Millionen Abtreibungen pro Jahr vorgenommen. Abtreibung sei damit die häufigste Todesart. Dabei entspreche eine Abtreibung in der Regel nicht dem Wunsch der betroffenen Frauen, so Löhr. Etwa 80 Prozent der Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen, würden von ihrem Umfeld dazu gedrängt; viele litten danach unter Depressionen. Wenn sich eine Frau in einer schwierigen Lage befinde, komme es jedoch darauf an, das Problem zu beseitigen und nicht das Kind. Nach Auffassung Löhrs steht der Schutz des ungeborenen Kindes derzeit für keine der im Bundestag vertretenen Parteien an vorderer Stelle der Tagesordnung.

Etwa 2.000 Demonstranten erwartet

Nach Angaben des Veranstalters werden in diesem Jahr mit rund 2.000 Demonstranten etwa so viele erwartet wie im Vorjahr. Der Bundesverband Lebensrecht wendet sich dagegen, Menschen mit Behinderung durch die Präimplantationsdiagnostik und einen Schwangeren-Bluttest zu selektieren. Er beklagt ferner, dass die Euthanasie auf dem Vormarsch sei. Im Bundesverband Lebensrecht sind 14 Organisationen zusammengeschlossen.

Motto der Gegendemonstranten: „What the fuck!“

Auch in diesem Jahr hat eine Initiative „Gegen christlichen Fundamentalismus und Abtreibungsverbot“ unter dem Motto „What the Fuck!“ zur Gegendemonstration aufgerufen. In deren Aufruf heißt es: „Abtreibungsgegner_innen sind christliche Fundamentalist_innen. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, die auf der bürgerlichen Kleinfamilie, Zweigeschlechtlichkeit, einer strengen Sexualmoral, Verbot von Homosexualität und auf ‚Schicksals’- und Obrigkeitsergebenheit beruht … Wir dagegen streben eine Gesellschaft an, in der weder religiöse Moralvorstellungen, gesellschaftliche Normierungen noch staatliche Zugriffe über das Leben und den Körper von Menschen bestimmen.“ 2011 hatten etwa 200 Gegendemonstranten mit Trillerpfeifen und Sprechchören die Kundgebung der Lebensrechtler gestört.

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