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26.02.2013

Atheisten planen Störung bei ProChrist

Frankfurt am Main (idea) – Die atheistisch geprägte Satire-Religion „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ plant Störungen am Übertragungsort der europaweiten Evangelisationsreihe ProChrist in Frankfurt am Main. Das erfuhr der Pfarrer der gastgebenden evangelischen Kirchengemeinde Nord-Ost, Andreas Hannemann (Frankfurt am Main). Wie er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, habe die Satire-Religion im Internet unter der Schlagzeile„ProChrist? ProPasta!“ ihre als „Pastafari“ bezeichneten Anhänger dazu aufgerufen, zum Auftakt der ProChrist-Veranstaltung am 3. März den Besuchern zu zeigen, „wie wichtig und lebendig unsere Religion ist“. Wörtlich heißt es: „Die Armen beten den falschen Gott an! Wir müssen sie unbedingt aufklären, dass nur das Fliegende Spaghettimonster der alleinige Heilsbringer ist und dass der Weg zu ihm nur durch die Stripperfabrik führt.“

Pastafari rechnen mit Rausschmiss

Hannemann erfuhr darüber hin, dass die Anhänger der Nudelreligion „wahrscheinlich in Piratenkostümen in die Kirche gehen und höflich zuhören“ wollen, um die Besucher „erstmal zu irritieren“ und dann über das „Monster“ aufzuklären. Und „wenn sie uns rausschmeißen, machen wir vor der Kirche eine Nudelmesse“, so die Ankündigung. Eventuell werde man auch Flyer „mit parodierten Bibelsprüchen“ mitnehmen, „das Monsterunser“ sprechen oder „das Glaubensbekenntnis vom Heiligen Nudelholz ablesen“. Eine echte Planung gebe es nicht. „Mal schaun, wir gehen das eher locker an“, heißt es in einer Hannemann zugeleiteten E-Mail. Die ProChrist-Veranstaltungen werden vom 3. bis 10. März von Stuttgart aus an über 600 Übertragungsorte in Deutschland und weitere 300 in 16 europäische Staaten ausgestrahlt. Hauptredner ist Pfarrer Ulrich Parzany (Kassel).

Gegenbewegung zu Anhängern der Schöpfungslehre

Die „Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters“ wurde 2005 in den USA von einem Physiker gegründet, um die Anhänger der Schöpfungslehre ins Lächerliche zu ziehen. Die Anhänger der „Kirche“ bezeichnen sich als Pastafari, eine Wortschöpfung aus Pasta und Rastafari (einer 1930 in Jamaika entstandenen Glaubensrichtung). Europaweit für Schlagzeilen sorgte die Spaßreligion, als es 2011 einem ihrer Anhänger in Wien gelang, auf einem Führerscheinfoto ein Nudelsieb als Kopfbedeckung zu tragen. Ein deutscher Anhänger konnte sich im gleichen Jahr auf seinem Führerschein offiziell mit einem Piratenkopftuch ablichten lassen. Es trägt als Signet das Skelett eines Fisches – eine Verballhornung des christliches Fisch-Symbols. Schon die ersten Christen benutzten das Symbol als Erkennungs- und Geheimzeichnen. Ichthys, das griechische Wort für Fisch, besteht aus den Anfangsbuchstaben des Bekenntnisses „Jesus Christus ist Gottes Sohn und unser Retter“.

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