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06.02.2013

Die Pfingstbewegung macht Europas Kirchen Sorge

Warschau (idea) – Europas Traditionskirchen machen sich Sorgen über das starke Wachstum evangelikaler, insbesondere pfingstkirchlicher Bewegungen. Besonders beunruhigt sie, dass sich Migranten vielfach in den etablierten Kirchen nicht heimisch fühlen und in neuen religiösen Bewegungen Zuflucht suchen. Das geht aus der Schlusserklärung der jüngsten Tagung des Gemeinsamen Komitees des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) und der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) hervor. 13 Vertreter der beiden Gremien kamen vom 4. bis 6. Februar in Warschau (Polen) zusammen. Dem CCEE gehören die 33 katholischen Bischofskonferenzen in Europa an; die KEK ist eine Gemeinschaft von 120 orthodoxen, evangelischen, anglikanischen und alt-katholischen Kirchen in allen europäischen Ländern. Das seit 1972 bestehende gemeinsame Komitee ist das höchste Organ für den Dialog zwischen beiden Zusammenschlüssen. Es tagt in der Regel einmal im Jahr unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Reaktion: Erneuertes Kirchenleben

Wie es in dem Abschlusskommunique des Warschauer Treffens weiter heißt, nehme man die kritischen Fragen ernst, die durch die neuen religiösen Bewegungen entstünden. Man habe Gedanken darüber ausgetauscht, wie man auf die komplexen Herausforderungen reagieren solle. Dazu zählten eine neue Evangelisierung und eine Erneuerung des kirchlichen Lebens. Die Tagungsteilnehmer ließen sich von Experten über soziologische Erkenntnisse über die pfingstkirchlich-charismatische Bewegung unterrichten. Theologisch unterscheidet sie sich von anderen Kirchen vor allem dadurch, dass sie besonderen Wert auf die Gaben des Heiligen Geistes legt, etwa Krankenheilung, Prophetie und das Beten in „Zungen“, also übernatürlichen Sprachen.

Am schnellsten wachsender Teil der Christenheit

Nach Studien der Religionsstatistiker Todd M. Johnson und Peter F. Crossing (South Hamilton/US-Bundesstaat Massachusetts) bilden die Charismatiker und Pfingstler den am schnellsten wachsenden Teil der Christenheit. Die Zahl ihrer Anhänger ist von 63 Millionen im Jahr 1970 auf heute rund 628 Millionen gestiegen; bis 2025 könnte sie auf 828 Millionen anschwellen. Der Anteil an der Christenheit stieg im selben Zeitraum von 5,1 Prozent auf 26,7 Prozent. 2025 könnte fast jeder dritte Christ (30,6 Prozent) Pfingstler oder Charismatiker sein. Die jährliche Wachstumsrate liegt bei 2,5 Prozent und ist damit annähernd doppelt so hoch wie die der gesamten Christenheit (1,3 Prozent).

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