Samstag, 25.05.2013

30. Dezember 2012

Zentralrat der Juden

Muslimischer Antisemitismus: Darüber spricht man nicht

Muslimischer Antisemitismus: Darüber spricht man nicht
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann. Foto: PR

Berlin/Frankfurt am Main (idea) – Besorgt über antisemitische Haltungen unter jungen Muslimen hat sich der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Dieter Graumann (Frankfurt am Main), geäußert. Über diese Tendenzen werde öffentlich nicht genug gesprochen, sagte der 62-Jährige der Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin). „Wenn hier auf Schulhöfen und Sportplätzen ‚Jude’ als gängiges Schimpfwort gebraucht wird, ist das eine brennende Wunde, ein Skandal“, so Graumann. Die Verantwortlichen in den muslimischen Gemeinden müssten die Judenfeindschaft noch viel offensiver bekämpfen, gerade weil das in ihren eigenen Reihen unpopulär sein könne. Umso mehr bewundere der Zentralrat Gruppen, die den Antisemitismus in der Migrationsgesellschaft bekämpfen. Man dürfe zudem nicht verkennen, dass die allermeisten antisemitischen Straftaten von Rechtsradikalen begangen würden. Graumann bekräftigte gleichwohl, dass jüdisches Leben in Deutschland grundsätzlich sicher sei: „Wir lassen uns nicht einschüchtern.“

„Die Kraft des Glaubens nimmt ab“

Er verglich die Entwicklung des geistlichen Lebens der jüdischen Gemeinden mit dem Christentum: „Die Kraft des Glaubens nimmt ab. Wir haben in Deutschland immer mehr und schönere Synagogen, die leider aber oft immer leerer werden.“ Gerade junge Leute besuchten immer weniger den Gottesdienst. Graumann bekundete aber auch Respekt gegenüber Juden, die sich nicht in erster Linie über ihre Religion definieren, sondern über Kultur, Ethik oder das Gefühl einer Schicksalsgemeinschaft. Im Blick auf die heftigen Debatten um die Beschneidung von Jungen im Judentum und im Islam beklagte Graumann einen Mangel an Respekt vor Religion: „Es gibt auch einen säkularen Fundamentalismus, der alles zu verurteilen versucht, was mit Glauben zu tun hat.“

11 Leserkommentare
Johannes3.16 | 06.01.2013 um 19:10 Uhr

Korrektur: Seine letzte Predigt hielt Luther natürlich in St. Andreas, Eisleben, und nicht in der Moritzkirche (Coburg).

Matthäus53 | 04.01.2013 um 13:44 Uhr

Ich meine , dass die meisten Deutschen müde geworden sind, sich in solche Debatten einzumischen, wie konnte es sonst dazu kommen, dass eine rechte Terrorgruppe über 10 Jahre Morde an Ausländern verübte und das gesamte deutsche "FBI" dies verpennt! Auch die Bekämpfung der verfassungsfeindlichen Symbole muss viel stärker von den Behörden, seien es Ordnungsämter oder Kripo, kontrolliert und verfolgt werden. Leider ist es schon still und heimlich dazu gekommen, dass verfassungsfeindliche Hakenkreuzsymbole im Handel öffentlich zur Schau gestellt werden und dem normalen Bürger und auch den Ordnungsbehörden schon nicht mehr auffallen! Fakt ist, dass Freunde mich darauf aufmerksam gemacht haben und ich durch in Augenscheinnahme bei KIK-Modefilialen in Bitburg, Koblenz, Trier und Speicher, Textilien- Verkaufsständer aus silberfarbenen Edelstahl, in Hakenkreuz–Form feststellen konnte. Diese Ständer stehen meistens im Eingangsbereich vor den Geschäften aber auch in den Verkaufsräumen. Da die Kleiderständer aus Edelstahl bestehen und mit Modewaren behängt sind, fallen sie den normalen nichts ahnenden Kunden fast nicht auf, so dass massenweise Sonderangebote auf dem Hakenkreuz angeboten werden. So prägt sich still und heimlich eine antisemitische Symbolik wieder ein, ohne dass viel Rummel darum entsteht. Im Drehfußbereich dieser Ständer ist auf dem Edelmetall meistens ein Hersteller-Aufkleber angebracht, so dass davon auszugehen ist, dass die Kik-Filialen diese verfassungsfeindlichen Ständer stillschweigend, vielleicht auch nichtsahnend aufstellen. Der tatsächliche Hersteller der Kleiderständer bleibt hierdurch stillschweigend und anonym im Hintergrund verborgen. Ich meine , dass die meisten Bürger die antisemitischen Anfeindungen nicht gut heißen, aber die Masse ist zu bequem geworden außer es passieren außergwöhnliche Dinge, die wieder aus der Trance erwachen lassen.    

Johannes3.16 | 03.01.2013 um 20:08 Uhr

Luther haben wir ohne Zweifel viel zu verdanken. Und so manches Mal wünscht man den Kirchenleitern von heute, dass sie sich doch zumindest in einigen Dingen an dem Reformator orientieren möchten. Das tut aber nicht einmal die offizielle Beauftragte für das Luther-Jubiläum. Leider war auch nicht alles in seinen letzten Jahren von Altersweisheit geprägt. So sei an den faulen Kompromiss hinsichtlich der Doppelehe des Landgrafen Philipp von Hessens (1539) erinnert. Was seine Meinung bezüglich der Juden, GOTTES Volk, anbetraf, so verhärtete sich ihnen gegenüber seine Ablehnung am Endes seines Lebens. Noch drei Jahre vor seinem Tode ließ er in seiner Schrift "Wider die Juden und ihre Lügen" (1543) seinem Zorn den Lauf. Luther wollte ihre Gottesdienste verbieten und trat für ihre Ausweisung ein! Obwohl er doch im Römerbrief den letzten Anstoß fand und GOTTES Gerechtigkeit und Rechtfertigung des Sünders aus dem Glauben und im Glauben als die große Befreiung aus seinem angstvollen Suchen nach einem gnädigen GOTT erlebt hatte. Hat Luther dabei die Kapitel 9 bis 11, die das Verhältnis zwischen Juden und Christen klar und deutlich behandeln, etwa übersehen? Bei einem Besuch kurz nach der Wende in Eisleben, seinem Geburts- und Sterbeort, kam mir dieses Drama in den Sinn, als ich die Moritzkirche besuchte. Hier hatte der Reformator in seiner letzten Predigt noch einmal gegen die Juden gewettert. Drei Tage später starb er am 18.2.1546 im gegenüberliegenden Gasthaus an einer lange verschleppten Angina pectoris und allgemeiner Schwäche. Eine schlichte Tafel am Eingang der Kirche erinnert an Luthers Versagen in dieser Angelegenheit: Dort steht das JESUS-WORT: "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern (also den Juden), das habt ihr mir getan."    

StSDijle | 03.01.2013 um 19:02 Uhr

@Katharina: ach so Luther hat am Anfang seines Schaffens noch recht neutral Juden bekehren wollen, die Lutheräußerungen, die im 3. Reich so populär waren, hat er im letzten Lebensjahren von sich gegeben. Senil war er deswegen übrigens nicht, dafür sind die Texte viel zu klar geschrieben. Suchen sie mal "Von den Juden und ihren Lügen" (1543).

Katharina | 03.01.2013 um 15:27 Uhr

StSDijle an Matthäus: "in diesen Worten schwingt der Antisemitismus Luthers mit." Luther ist in den letzten Jahren seines Lebens weiser geworden (Weisheit als Gabe Gottes). Tun Sie es ihm nach! "Wem es an Weisheit mangelt, der bitte darum, dass ich es ihm gebe".

StSDijle | 03.01.2013 um 10:26 Uhr

@Matthäus53: in diesen Worten schwingt der Antisemitismus Luthers mit.

Katharina | 03.01.2013 um 09:02 Uhr

Wenn Herr Graumann vom Zentralrat der Juden es einen Skandal nennt, wenn in Deutschland "Jude" noch (oder wieder) als Schimpfwort gilt, hat er Recht - es ist ein Skandal! In Deutschland sollten dumme Beschimpfungen dieser Art bestraft werden. Es wird jedoch nicht passieren, weil Heiden unter der Lehrerschaft und als Eltern versagen! Einen Vorwurf gegen Juden zu konzipieren wegen der Übereinstimmung mit dem ZdM, was die Beschneidung betrifft, ist unangemessen! Der Begründer des Islam hat vieles von Christen und Juden gelernt und übernommen. Jeder Mensch, ob Heide oder Jude, ist erlösungsbedürftig!

Matthäus53 | 02.01.2013 um 21:20 Uhr

Nach Deutschland kommen viele Flüchtlinge unter dem Schutz des Grundgesetzes und der dort fest geschriebenen Religionsfreiheit. Grundsätzlich haben die schon erwähnten Religionen gewisse gemeinsame Fundamente wie z.B. Abraham und Moses. Aber mit Beginn von Christi Geburt schwebt ein fast unüberwindbarer unsichtbarer Glaubenszaun zwischen unseren Religionen. Trotzt der Unterschiede und der teilweise religiösen Anfeindungen ergeht letztendlich der Auftrag Jesu an U N S CHRISTEN, gemäß Mt. 28, gehet hin ......und macht zu Jüngern alle Völker. Das heißt letztendlich für uns deutsche Bürger und Christen, wir müssen nicht nur die anderen Religionen befrieden sondern auch für uns selbst zum Christ sein gewinnen. Eine schwierige bzw. eine nicht einfache Aufgabe in einem Staat wo jeder auf seine Religionsfreiheit pocht!

Jörg Häcker | 01.01.2013 um 19:10 Uhr

Wie schon von meinem Vorposter geschrieben, hat leider der Zentralrat der Juden zu Anfang übersehen, mit welchem Klientel er Seite an Seite gehen wollte. Aber eine späte Erkenntnis ist besser als keine Erkenntnis. Hoffentlich gelingt es über den Zentralrat der Juden das Ohr der Politiker zu erreichen, um den Terror, der sich aus der "fundamentalen islamistischen" Szene darstellt, als solchen auch zu bekämpfen.   Gewalt nein Danke, von keiner Seite aus, wem das hier nicht passt, der kann ja dort hingehen, wo es seinen Vorstellungen entspricht.

Jochus | 01.01.2013 um 17:09 Uhr

Diesem vorangegangenen Kommentar habe ich nichts mehr hinzuzufügen, schlichtweg gut! Wir befinden uns heute im freien Fall in Deutschland, was den biblischen Glauben betrifft. Über die Trennung von meiner Familie habe ich nach Gott geschrien, den, den ich nicht kannte und nach 2 Jahren und 7 Monaten habe ich die Wiedergeburt erfahren dürfen. 5 Monate zuvor führte mich Gott zu lebendigen Christen, die mir den Weg über Sein Wort, die Heilige Schrift, wiesen. "Wenn ihr Mich von ganzem Herzen suchen werdet, dann will Ich mich von euch finden lassen!"

Johannes3.16 | 30.12.2012 um 12:58 Uhr

Leider hat sich der Zentralrat nicht von Anfang an ausdrücklich und konsequent vom Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) distanziert. Er glaubte sich mit den Mohammedanern solidarisieren zu müssen, als es zum Beispiel um Beschneidung und das Schächten von Tieren ging. Viele in der Führungsspitze des Zentralrats der Juden haben nicht begriffen, dass es nicht wenige Christen gibt, die an der Seite Israels stehen und gegen die Islamisierung unseres Landes kämpfen. Zu erwähnen sind hier u.a. die "Sächsischen Israelfreunde", Beth-Shalom /Mitternachtsruf (Schweiz), Christen an der Seite Israels - alles biblische Bewegungen, die von der offiziellen Kirche abgelehnt werden. Leider hat sich der Zentralrat der Juden auch von den messianischen Juden abgewandt, also von den Juden, die zum Glauben an den Messias gekommen sind und damit die natürlichen Bindeglieder zwischen Juden und wahren Christen geworden sind. Hier ist der Leiter der messianischen Gemeinde in Berlin, Pikman, zu erwähnen. Die offizielle Kirche sucht dagegen die Vereinigung mit den Moslem-Organisationen, die sie als "abrahamitische Religion" betrachten, ein unheilvoller Begriff, der von dem katholischen Theologen Küng eingeführt wurde und dem humanistischen Geist entspricht. Das Ziel ist die Einheit aller Religionen, die dann den endgültigen Frieden in der Welt bringen soll ("Weltethos"). Gedanken, die der Bibel diametral gegenüberstehen.

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