21. November 2012
Bahnhofsprojekt
„Stuttgart 21“ spaltet württembergische Landeskirche

Stuttgart (idea) – Das Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ spaltet die württembergische Landeskirche. „Noch immer stehen sich zwei Seiten unversöhnlich gegenüber“, erklärte Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart) in einem Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“. Der Kopfbahnhof soll für 4,5 Milliarden Euro in einen unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. Dass zwei Geistliche, von denen einer das Vorhaben befürwortet und eine andere entschiedene Gegnerin ist, nicht öffentlich miteinander diskutieren wollen, zeigt laut July, dass die Auseinandersetzung zu weit gegangen sei: „So ein Gespräch muss möglich sein, erst recht unter Theologen.“ So hätten Befürworter und Kritiker in der Stiftskirche miteinander Abendmahl gefeiert und dadurch deutlich gemacht, dass man trotz politischer Meinungsunterschiede am „Tisch des Herrn“ versöhnt sein könne. Pfarrer hätten die Aufgabe, Brücken der Kommunikation zu bauen.
Kritik an Gottesdienst von Stuttgart-21-Gegnern
Kritik übte July an einer Predigt bei einem Gottesdienst von „Stuttgart 21“-Gegnern. Darin war der Kirchenleitung vorgeworfen worden, „sich mittels angeblicher Neutralität ihrer Aufgabe zu entziehen, Verantwortung zu übernehmen“. Dazu sagte der Bischof, die Kirchenleitung habe versucht, einen Konflikt zu entdramatisieren. Der Bau eines Bahnhofs habe mit Kosten-, Technik- und Planungsfragen zu tun. Bei diesen Problemen könne eine Kirchenleitung nicht sagen, dass die eine Beurteilung näher am Evangelium sei als die andere. Ein Streit müsse sachlich geführt werden, wobei die Bibel „Orientierungswissen“ gebe.


Wenn das das einzige Problem ist, dass die württembergische Landeskirche hat, dann ist das ja gut. Ich meine aber, mich zu erinnern, dass es diverse andere "Baustellen" gibt, um die man sich doch bitte zuerst kümmern sollte...
Die Welt kann nur spalten was weltlich ist.