Samstag, 25.05.2013

18. November 2012

Sächsische Pietisten

Scheuflers Entlassung „äußerst unglücklich“

Scheuflers Entlassung „äußerst unglücklich“
Der Landesinspektor des sächsischen Gemeinschaftsverbandes, Matthias Dreßler. Foto: PR

Dresden (idea) – Als „äußerst unglücklich“ hat der Landesinspektor des sächsischen Gemeinschaftsverbandes, Matthias Dreßler (Chemnitz), die Entlassung des langjährigen Jugendevangelisten der sächsischen Landeskirche, Lutz Scheufler (Waldenburg), bezeichnet. Wie Dreßler am 17. November vor der in Dresden tagenden Landessynode sagte, sei die Kündigung aufgrund von Scheuflers Aussagen juristisch betrachtet sicherlich gerechtfertigt gewesen „Den Gesprächsprozess innerhalb der Landeskirche hat sie aber eher belastet.“ Scheufler und andere Mitglieder des Evangelisationsteams Sachsen hatten der Kirchenleitung und Landesbischof Bohl in einer schriftlichen Erklärung die geistliche Leitung der Landeskirche abgesprochen. Als Grund gaben sie den Beschluss der Kirchenleitung an, Pfarrhäuser in seelsorgerlich begründeten Einzelfällen für homosexuelle Paare zu öffnen. Die Landeskirche hatte infolge des Kirchenleitungsbeschlusses einen dreijährigen Gesprächsprozess zwischen Befürwortern und Gegnern dieser Regelung angeregt. Wie Dreßler vor den Synodalen erklärte, genössen Scheufler und andere Mitglieder des Evangelisationsteams an der kirchlichen Basis weithin großes Ansehen. Viele Christen hätten daher kein Verständnis für die Entlassung gehabt.

Dreßler: Ich weiß von 150 Kirchenaustritten

Nach Worten Dreßlers hat es aufgrund des umstrittenen Kirchenleitungsbeschlusses bis zu 150 Kirchenaustritte gegeben, von denen er wisse. Statistisch betrachtet handele es sich dabei zwar um eine verschwindend kleine Gruppe: „Mit Blick auf deren Engagement in den Gemeinden wird man die Sache jedoch anders beurteilen müssen.“ Da diese Christen die Landeskirche aus Gewissensgründen verlassen hätten, gewähre man ihnen im sächsischen Gemeinschaftsverband weiterhin die geistliche Versorgung, indem man sie trotz Kirchenaustritts zum Abendmahl zulasse. Laut Dreßler sind 95 Prozent der Mitglieder des sächsischen Gemeinschaftsverbandes der Landeskirche treu geblieben. Das sei auch vielen Pfarrern und Gemeinschaftspredigern zu verdanken, die weitere Austritte in persönlichen Gesprächen verhindert hätten.

Bohl: Gemeinden dürfen Evangelisationsteam einladen

Landesbischof Jochen Bohl (Dresden) bekräftigte den Willen der Landeskirche, das bewährte Miteinander von Landeskirche und Gemeinschaftsverband fortzusetzen. Es gebe einen „starken Willen, beieinander zu bleiben“. Mit Blick auf die Kirchenaustritte erklärte er, dass die Zahlen in diesem Jahr nicht höher seien als in den Vorjahren – wenngleich jeder Austritt einer zu viel sei. Zum Fall Scheuflers und des Evangelisationsteams Sachsen stellte Bohl klar, dass „Kirchengemeinden, die die Dienste des Evangelisationsteams in Anspruch nehmen wollen, frei sind, das zu tun“. Die derzeit vakante Stelle des Jugendevangelisten solle so bald wie möglich wieder besetzt werden. Man suche jemanden, „der das Evangelium in guter und kräftiger Weise an die Jugendlichen bringt“. Es gehe um Qualifikationen und nicht um „Anpassungsfähigkeit gegenüber der Kirchenleitung“, betonte Bohl.

3 Leserkommentare
Caro | 07.12.2012 um 08:45 Uhr

Die Tatsache ist doch: Wessen Meinung nicht dem Zeitgeist entspricht sondern sich an die biblische Lehre orientiert, ist unbequem und wird entfernt. Wahrscheinlich würde heutzutage Jesus auch exkommuniziert, weil seine Lehre dem modernen Zeitgeistdenken widerspricht.

A.B. | 23.11.2012 um 01:12 Uhr

Was sind das für Vergleiche, lieber milan.

milan | 20.11.2012 um 03:09 Uhr

Nun, wurde nicht einst auch schon Dr. Martin Luther exkommuniziert? Hatte es ihm geschadet? Hatte es der römischen Kirche genutzt? --- Jetzt kriegen er und die Ausgetretenen wenigstens nicht mehr den sauren Regen der "geistlichen Leitung" aus Dresden. Da wird das Wort Gottes noch besser Wirken können. --- Johannes der Täufer, der Untertaucher, war in den Augen der Pharisäer für sie eine Beleidigung. Wie konnte er sie auch als Otterngezücht bezeichnen. Dabei hatte Jeshua seinen Dienst noch gar nicht begonnen. Welch eine Kühnheit? --- Und Kühnheit ist gefragt. Ja, der Geist fragt nach Kühnheit. Bin ich es wert, dass du ausgegrenzt wirst? spricht Adonai. Ist mein Opfer am Kreuz wert, dass du ausgegrenzt wirst? Ist meine Vergebung wert, dass du ausgegrenzt wirst? --- Ja, Herr, du bist es wert, dein Opfertod ist es wert und deine Vergebung ist es wert.

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