Montag, 20.05.2013

27. November 2012

Württemberg

Je schlechter die Wirtschaftslage desto mehr Verfolgung

Je schlechter die Wirtschaftslage desto mehr Verfolgung
Der Ökumenereferent im württembergischen Oberkirchenrat, Kirchenrat Klaus Rieth.

Schwäbisch Gmünd (idea) – Je schlechter die wirtschaftliche Lage in einem Land ist, desto größer ist die Gefahr, dass religiöse und ethnische Minderheiten oder politische Gegner verfolgt werden. Diese Ansicht vertrat der Ökumenereferent im württembergischen Oberkirchenrat, Kirchenrat Klaus Rieth (Stuttgart), am 27. November bei der in Schwäbisch Gmünd tagenden Landessynode. Als Beispiel nannte er die Anfänge der Revolutionen in Nordafrika und im Nahen Osten. Dort habe sich der „Arabische Frühling“ zu einem kalten und in manchen Gegenden grausamen Winter gewandelt, etwa in Syrien, Ägypten und Tunesien. Umgekehrt gelte, dass in Ländern mit Wohlstand die unterschiedlichsten Volksgruppen friedlich zusammenlebten, beispielsweise in der Schweiz, in Skandinavien oder Südafrika.

Syrien: Anschläge auf Christen

Zur Situation in Syrien sagte Rieth, dass muslimische Gruppen um die Herrschaft kämpften und das grausame Geschehen bestimmten. Saudi-Arabien und andere Golfstaaten hätten ein großes Interesse, dort Einfluss zu nehmen. Dabei sei offensichtlich, dass die christliche Minderheit unter die Räder zu geraten drohe. So sei im August eine armenische christliche Familie in Zamalka ermordet worden. In dem von Christen bewohnten Ort Jaramana habe eine Autobombe eine Trauerprozession getroffen. Dabei starben im September fünf Zivilisten. Laut Rieth scheinen fast alle Kirchenleiter die zunehmend extremistischen Elemente innerhalb der Oppositionsbewegung zu fürchten. Bei einer sunnitischen Machtübernahme in Syrien erwarteten sie größere Einschränkungen für Christen.

Neu: Anschläge in Kenia und Uganda

Mit vermehrten Angriffen müssten Christen auch in Nigeria rechnen. Neu seien Anschläge auf Kirchen in Kenia und Uganda, obwohl Ostafrika bisher immer als vergleichsweise sicher gegolten habe. In Zentralasien hätten Usbekistan, Turkmenistan, Tadschikistan und Kirgisistan willkürlich angewandte Religionsgesetze erlassen, die sich vor allem gegen muslimische Extremisten richteten, aber auch die Christen beträfen. Die Gemeinden müssten sich entweder auf das Abenteuer einer ungewissen Neuregistrierung einlassen oder sich „illegal“ im Untergrund versammeln. Christen hätten auch jederzeit damit zu rechnen, dass ihre Häuser durchsucht und Bibeln und andere religiöse Schriften beschlagnahmt werden.

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