Fragwürdige Imagekampagne

Der Bezug zu religiösen Inhalten ist in der Werbung schon lange ein beliebtes Stilmittel. Doch bei der neuen Imagekampagne des Deutschen Handwerks musste ich schon stutzen. In großen Lettern las ich auf einem Plakat: “Am Anfang waren Himmel und Erde – den ganzen Rest haben wir gemacht.” Was lustig klingen mag, ist aus meiner Sicht eine große Anmaßung. Als wenn “Das Handwerk” Mensch und Tier erschaffen hätte. Sicherlich – so ist das nicht gemeint. Aber man hätte sicherlich auch ohne den Versuch, sich mit Gott messen zu wollen, auf die eigenen Qualitäten aufmerksam machen können. 552x384_AZ_AmAnfang

19 Kommentare zu „Fragwürdige Imagekampagne“

  1. Gelbe-Haußen sagt:

    Da ist man wieder an die alte DDR erinnert! Da gab es mal den Slogan “Ohne Gott und Sonnenschein bringen wir die Ernte ein!” Gottes “Reaktion”: 2 Jahre Missernten!
    Da merkt man, wer in Deutschland das “Sagen” hat!

  2. bornholmer sagt:

    Gerade weil Sie selber sehen, dass es so nicht gemeint ist, sollten Sie nicht versuchen, künstlich Aufregung herbeizuzaubern. Wie wäre es mal, die Sache etwas positiver zu sehen: Immerhin bezieht man sich in einer Werbekampagne noch auf eine Bibelstelle. Vielleicht denken Menschen, die das Plakat wahrnehmen, darüber nach, woher sie das Zitat kennen, und kommen ins Grübeln? Man muss auch als Evangelikaler nicht alles anzählen, was in dieser Welt passiert.

  3. Michael S. sagt:

    Ich finde die Werbung ganz pfiffig gemacht. Besonders der Fernsehspot ist gut. Wie du schon schreibst, war das nicht blasphemisch gemeint – und so habe ich es auch nicht verstanden.
    Außerdem: mich freut es, dass christliche Ausdrücke weiterhin so gängig sind, dass sie auch außerhalb des christlichen Kontext verwendet werden. Das zeigt doch nur, dass die Fundamente dieser Kultur christliche sind. Wenn aber so viel des gemeinen Sprachgebrauchs christlich geprägt ist, dann müssen wir es auch verzeihen, dass er häufig und auch kommerziell gebraucht wird.

  4. Conny sagt:

    Ich find das total witzig!
    Und daß, wie bornholmer oben anmerkt, auch manche Menschen beim Lesen ins Nach-Denken kommen ist doch ein spannender Nebeneffekt…
    (Die Trennung bei Nach-Denken ist Absicht – ansonsten ist selber denken die bessere Wahl!)

  5. Geier sagt:

    bornholmer sagt:
    27. Januar 2010 um 21:08
    … Immerhin bezieht man sich in einer Werbekampagne noch auf eine Bibelstelle.

    Eben gerade nicht. Der wesentliche Punkt ist ja, daß mit dem Satz »Am Anfang waren Himmel und Erde.« der wesentliche Teil der biblischen Aussage »Im Anfang schuf Gott die Himmel und das Erdland« unter den Tisch fällt. Sei’s drum; von der Welt kann man wirklich nicht erwarten, daß sie geistlich denkt.

  6. [...] Dank an ideaBlog für den Hinweis, auch wenn idea das erwartungsgemäß etwas spaßfreier [...]

  7. Frank sagt:

    Werbung lebt von der Übertreibung und Zuspitzung. Gute Werbung polarisiert.
    Dieser Beitrag und seine Kommentare zeigt: Die Imagekampagne des Handwerks IST gute Werbung. Glückwunsch! :-)

  8. Gelbe-Haußen sagt:

    Wo ist da “gute Werbung”? Was ist die Aussage, für was wird geworben=? Für “Wir sind die Macher”, “Wir brauchen keinen Gott”? Geht es unserem Handwerk deshalb so schlecht?

  9. Roland sagt:

    Tja, als ich das Plakat gesehen habe, war ich ziemlich verärgert.
    Maßt sich das Handwerk wirklich an, aus einem Himmel und einer Erde (woher die auch immer gekommen sein sollen) den ganzen Rest der Schöpfung gemacht zu haben? -
    Ich würde mir eine genauere Aussage zu der (noch nicht einmal richtig) wiedergegebenen Bibelstelle wünschen.

  10. bornholmer sagt:

    Ach, Herr Gelbe-Haußen. Nun ereifern Sie sich doch nicht so. Warum denn immer gleich mit Schaum vor dem Mund?

    Geworben wird für das Handwerk, und zwar augenzwinkernd. So wie auf den anderen Plakaten der Kampagne, etwa dem mit den Steinzeitmenschen. Nicht alles, was sich auf Bibelsprüche bezieht, ist gleich Blasphemie, nicht alles muss man gleich mit den Erntesprüchen der FDJ vergleichen.

    Wenn unser junger Freund Ottmar hier gleich von einer “Anmaßung” spricht, mag das seinem jugendlichen Übereifer geschuldet sein. Aber Christen, die wie Sie und ich schon lange im Glauben stehen, haben in ihrem Leben nun wahrlich schlimmere Dinge gesehen als so eine Plakatkampagne. Lassen Sie uns weiter mit Freudigkeit durchs Leben schreiten, und das Evangelium des auferstandenen Herrn verkündigen – anstatt sich über solche Banalitäten aufzuregen.

  11. Frank sagt:

    Danke, lieber bornholmer, Sie haben es auf den Punkt gebracht, dem ist nichts hinzuzufügen°!

  12. Gelbe-Haußen sagt:

    Wehret den Anfängen!

  13. P. Vogel sagt:

    Na ja… geschmacklos eben. Wie stets wenn Menschen Gottes Wort für eigene Vorhaben und den Kommerz benutzen wollen.

    „Dem Wort Gottes wird gelingen, wozu es gesandt ist.“ (Jesaja 55,11)
    Daran ändert auch Werbung nichts… denn ER hat alles in SEINER Hand.

  14. Stefan sagt:

    Also von Gott ist hier doch gar nicht die Rede. Außerdem hat niemand das Copyright auf die Bibel. Jeder darf sie verwenden, wie er will. Ist dieser Post wieder ein Beispiel für die Humor- und Freudlosigkeit der Gläubigen?

  15. Manni sagt:

    Geschmacklos bis aufs Letzte. Aber typisch deutsche Handwerker. Immer rumjammern, schlechte Arbeit leisten, teuer wie nochmal was, sich mit Gott auf eine Stufe stellen und hintenrum schön schwarz arbeiten gehen. Armes Deutschland. Ich fühle mich als religiöser Mensch durch diese Webekampage sehr diskriminiert und überlege hiergegen einen Unterlassungsklage und Schadensersatz anzustreben.

  16. florian sagt:

    Haha, Manni, du bist ein lustiges Kerlchen. magst du uns vielleicht mal grob umreißen, welche Ansprüche du geltend machen möchtest, und worin genau dein Schaden besteht, den du ersetzt haben möchtest?

  17. Scholli sagt:

    Ich bin Handwerker und Christ.

    Von meinen Kammerbeiträgen wird diese Werbung bezahlt und ich finde sie auch nicht besonders gut.
    Aber bei vielen ist alles gut wo ein Anderer beleidigt oder vorgeführt wird.
    Schade, Werbung kann so gut sein.

  18. Sebastian sagt:

    Auch ich bin leidenschaftlicher Handwerker und rechne mich auch den Christen zu.
    Eine ernste Beleidigung finde ich nicht in diesem sehr gut gemachten Werbeplakat, wohl aber in dieser Diskussion. Schlechte Arbeit, teuer wie sonstwas. Da kriege ich zu viel.
    Nur weil einer schlecht arbeitet, heißt das noch lange nicht, dass alle unfähig sind.
    Und wer gute Arbeit abliefert hat meiner Meinung auch das Recht, gutes Geld zu verlangen. Weil dieses elende “billigbillig”-Denken führt nur dahin, dass ich als gut arbeitender Schreiner irgendwohin fahren muss und irgendwelchen Mist repariere, den ich gar nicht zu verantworten habe. Ich arbeite nach dem Grundsatz: Das genügt meinen Ansprüchen, also ist es ok, und ich stehe auf dem Standpunkt: Mach’s richtig oder lass es, du hast keine Zeit zu reparieren. Und meine Kunden geben mir recht.

    Aber wenn ich hier lese, der Slogan sei Blasphemie, denke ich mir:
    Himmel Herrgott, muss das denn sein? Niemand will irgendwen beleidigen oder vom hohen Ross runterziehen, das ist nur Werbung.
    UND eine Imagekampagne hat das Handwerk nötig, sonst kämen solche Sprüche, wie da oben diskutiert, nicht vor. Wir sind keine dummen Handwerker, wir können stolz sein auf die Arbeit, die wir leisten.

    Wenn ihr das nicht glaubt, macht doch unsre Arbeit mal ein Vierteljahr.

  19. Bernd sagt:

    Ich finde, in diesem Slogan steckt unbeabsichtigt eine tiefe Wahrheit: Gott schuf Himmel und Erde und alles war sehr gut. Dann kam der Mensch (nicht nur der Handwerker) und verpasste der wunderbaren, vollkommenen Schöpfung nach dem Sündenfall den Rest. Aktuellstes Beispiel hierfür: “Deep Water Horizon” und die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko.

    Im übrigen ist dieser Werbespruch für mich wieder mal ein Beispiel für den anmaßenden Hochmut des Menschen, der keine Ehrfurcht vor Gott hat.

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