Wenn Schwule und Lesben im Hörsaal knutschen

Eigentlich sollte es um Friedrich Schillers “Konzept des ‚höheren Selbst’ in Nietzsches Umdeutung” gehen. Zu diesem Vortrag im Rahmen einer Ringvorlesung hatte die Philosophische Fakultät der Universität zu Köln am 7. Dezember die renommierte Philosophin Prof. Edith Düsing eingeladen. Der Andrang ist groß, rund 50 Personen müssen stehen. Doch nicht alle sind aus Interesse am Vortragsthema gekommen, das ist offensichtlich. In der zweiten Reihe, direkt vor Düsing, sitzen einige als Frauen verkleidete Männer. Einige Studenten haben T-Shirts an mit der Aufschrift “Toll, Toller, Tolleranz”. Frau Düsing – die sonst an der Freien Theologischen Hochschule Gießen lehrt – wird von Mitgliedern der Philosophischen Fakultät vorgestellt und darf ihre Vorlesung beginnen. Nach etwa fünf Minuten setzt tosender Applaus ein; einige heben ein Banner hoch, worauf steht: “Homosexualität ist keine Krankheit”. Auf einem anderen ist zu lesen: “Homophobie macht krank”. Einige gleichgeschlechtliche Pärchen beginnen, sich demonstrativ zu knutschen. Düsing setzt sich, kann ihre Vorlesung nicht fortsetzen.

Eine umstrittene Erklärung
Was war geschehen? Im Frühjahr hatten homosexuelle Gruppen versucht, den 6. Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg zu boykottieren. Sie warfen den Veranstaltern vor, Redner einzuladen, die sich kritisch zur Homosexualität geäußert hatten. Als sich die Kritik zuspitzte, wurde eine Stellungnahme formuliert, in der sich rund 400 Unterzeichner – darunter auch Düsing – für die Meinungsfreiheit stark machten und hinter das Treffen stellten. Diese Unterschrift war für einige studentische Bewegungen an der Uni Köln Grund genug, eine Diffamierungskampagne gegen Düsing zu beginnen, die am heutigen Tag ihren Höhepunkt fand. Mehrere Studenten kritisierten Düsings angeblich homofeindliche Haltung; dass sie dabei auf die zuvor gemachten Gesprächsangebote verwiesen, die vonseiten der Professorin nicht angenommen wurden, ist dabei eine Farce. Schließlich ist ein Dialog, der nicht auf Fairness und Respekt setzt, sinnlos. Das machte Düsing auch in einer Stellungnahme deutlich, die sie in der heutigen Vorlesung verbreitete.

Fehlende Rückendeckung
Enttäuschend ist, dass der Prodekan der Fakultät, Walter Pape, es nicht vermochte, sich vor die geladene Professorin zu stellen und sie zu verteidigen. Vielmehr versuchte er zu vermitteln, obwohl schon vorher klar war, dass nach der öffentlichen Diskredition von Frau Düsing seitens des “Lesben- und Schwulenreferats der Universität zu Köln” (LUSK) ein sachlicher Dialog nicht möglich ist. Frau Düsing wiederum ist Respekt zu zollen, die trotz der öffentlichen Angriffe die Fassung wahrte, auf ihre Stellungnahme verwies und abwartete, bis die Störer nach etwa einer halben Stunde den Hörsaal verließen. Sie warteten bis zum Ende der Vorlesung vor dem Raum, um die Professorin dann mit Buhrufen zu “verabschieden”. Dass dabei ein Journalist noch bei seiner Arbeit behindert wurde, die Szenerie fotografisch festzuhalten, sei nur eine Randbemerkung.

Null Toleranz
Wieder einmal zeigt sich, dass bei den Homosexuellen-Verbänden die Toleranz offenbar nur so weit geht, wie man ihre Meinung teilt. Man rühmt sich selbst als weltoffen, verletzt aber Andersdenkende – wenn zumindest (noch) nicht körperlich, so zumindest psychisch. Zu befürchten ist, dass die Kritik und auch tätlichen Angriffe auf Personen, die sich zugunsten von Christen für die Meinungsfreiheit stark machen, weiter häufen werden. “Das ist Christenverfolgung”, meinte am Ende eine Begleiterin von Düsing zu mir. Es mag zumindest ein kleiner Vorgeschmack sein auf das, was blüht, wenn entsprechend kritisch eingestellte Parteien und Gruppen hierzulande weiter Zulauf bekommen.

Anhänger der Homo-Bewegung protestieren gegen Düsing

Anhänger der Homo-Bewegung protestieren gegen Düsing

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32 Kommentare zu „Wenn Schwule und Lesben im Hörsaal knutschen“

  1. Dirk sagt:

    Hallo T.-B.!
    Vielleicht solltest du auch erklären, was die Frau Professor dort unterzeichnet hat, nämlich die so genannte „Marburger Erklärung für Freiheit und Selbstbestimmung“. Darin heißt es etwa: „Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, birgt praktizierte Homosexualität ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko“; genannt werden eine „überdurchschnittliche Anfälligkeit“ für Aids, Geschlechtskrankheiten, Depression, Ängste, Alkohol- und Drogenmissbrauch und Suizidgefährdung. Es ist von „therapeutischen Angeboten“ und der „Möglichkeit zur Veränderung von der Homosexualität zur Heterosexualität“ die Rede.

    Dass sich die so – in meinen Augen- diffamierten Menschen äußern, finde ich absolut in Ordnung!

    Die Medaille hat immer zwei Seiten, da gebe ich dir Recht. Aber dann musst auch du die andere Seite der Medaille nennen!

    Gruß, Dirk

  2. Conny sagt:

    “Es mag zumindest ein kleiner Vorgeschmack sein auf das, was blüht, wenn entsprechend kritisch eingestellte Parteien und Gruppen hierzulande weiter Zulauf bekommen.”
    Und ICH mag mir nicht vorstellen und schon gar nicht erleben müssen, was MIR als offen lebender und liebender Lesbe blüht, wenn sich restriktive und meiner Meinung nach definitiv nicht durch Meinungsfreiheit gedeckte Sichtweisen (wie: “Homosexualität ist heilbar” oder “mit ChristInsein nicht vereinbar” oder obiges Zitat „Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, birgt praktizierte Homosexualität ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko“) wieder etablieren sollten!
    Da sei Gott vor!

  3. Geier sagt:

    Was, so ist der Vorkommentator zu fragen, ist denn »diffamierend« daran, einige schlichte und unstrittige Wahrheiten zu unterschreiben? Es zeigt sich doch an einer solchen Reaktion, was Ihre eigentliche Zielsetzung ist: Mit Schlagworten wie »Diffamierung« und »Diskriminierung« soll letztlich untersagt werden, bestimmte Tatsachen überhaupt in den Diskurs einzuführen, und wenn diese noch so selbstverständlich und unstrittig sind wie z. B. der Zusammenhang zwischen (männlicher) Homosexualität und der Ausbreitung von Aids. Letzlich geht es bei der Vorab-Unterscheidung in »zulässige« und »unzulässige« Argumente um die Unterdrückung jeglichen sachgerechten Diskurses, in der Folge um ein Meinungsklima wie in der DDR oder gar noch früher. »Discriminare« heißt »unterscheiden«, und die Unterscheidungsfähigkeit werden wir uns von LGBT-Aktivisten nicht aberziehen lassen. Siehe hierzu auch:
    http://www.geiernotizen.de/weg-wahrheit-leben

  4. Also lieber Herr Geier, dass “diskriminieren” nur “unterscheiden” heißt, lässt sich vielleicht etymologisch belegen, aber heute doch keinesfalls mehr aufrecht erhalten. Wortbedeutungen ändern sich, und diskriminieren heißt heute unzulässig abwerten.

    Unabhängig von der immer gleichen Diskussion um Homosexualität wundere ich mich doch über das Schlagwort “Christenverfolgung”. Kann man jetzt nicht mal mehr einen harten und aggressiven Austausch ertragen? Wo steht denn geschrieben, dass Meinungsfreiheit immer kuschelig sein muss. Da scheppert es eben auch mal – aber deswegen werden noch lange keine Christen verfolgt

    Ich finde das schon reichlich ungebührend gegen all jene Christen, die wegen ihres Glaubens in unsäglichen Gefängnislöchern sitzen.

  5. N. Franz sagt:

    Nein, Christenverfolgung ist das tatsächlich noch nicht. Es ist aber dennoch verblüffend, wie hier “Toll, toller, Tolleranz” völlig ins Gegenteil verkehrt werden kann – seitens des LuSK sowie von campus:grün. Es geht hier nicht nur darum, was juristisch gerade noch vertretbar ist. Es geht auch darum, einen Dialog überhaupt führen zu können. Ich glaube, viele Christen (leider nicht alle) wären dankbar, wenn es mal zu echten Gesprächen kommen würde.

    Diskriminierung bedeutet nicht nur “Unterscheidung”, sondern auch die Benachteiligung einzelner Gruppen. Ob eine sachliche Kritik schon als Diskriminierung zu bezeichnen ist, finde ich schwierig zu begründen. Viel eher sind es all jene Versuche, den anderen mundtot machen zu wollen oder übel zu beschimpfen. Beispiele: Hass-Tiraden von amerikanischen Randgruppen erzkonservativer Rechtsevangelikaler und das kindische Gebrüll des Lesben- und Schwulenreferats, um eine konservative Philosophin mundtot zu machen. Da sollte sich jeder mal an die eigene Nase fassen.

  6. Madeleine sagt:

    Wer sagt eigentlich, dass homosexuell lebende und liebende Menschen keine Christen sein können? Und wer hat das Recht über den Unglauben und Glauben anderer Menschen zu urteilen, doch wohl nur Gott oder?
    Aus Glauben werden wir gerecht und nicht aus Unglauben und dazu gehört der Glaube an die Gnade Gottes durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi.
    Was soll an der Liebe zwischen zwei Menschen die sich lieben Sünde sein?
    Und meint ihr wirklich, dass eure Art der Auslegung der Bibel zum Thema Homosexualität stimmt? Wollt ihr Menschen verdammen?
    Liebe ist das Band, das die Gemeinschaft mit Gott und unseren Mitmenschen zusammen hält, daran sollten wir uns halten und nicht an das was wir aus Konventionen heraus meinen dass es richtig ist…

  7. Z. Klimowa sagt:

    Tatsachen sind keine Diffamierung. Ist es Diffamierung darauf hinzuweisen, dass Homosexuelle eine vierfach höheres Risiko tragen, sich an AIDS zu infizieren?

  8. Geier sagt:

    Der Kommentar von Frl. Conny zeigt, wohin die Reise gehen soll: Unliebsame Sichtweisen sollen per willkürlicher Definition aus dem Spektrum der Meinungsfreiheit ausgeschlossen werden. Das bedeutet erstens die Kriminalisierung bestimmter Meinungen. Zweitens richtet sich dies gegen die Bibel als Grundlage christlichen Seins, denn wenn dort festgelegte Grundsätze auf einmal als »definitiv nicht durch Meinungsfreiheit gedeckt« dargestellt werden, bedeutet das nichts anderes, als daß Gott das Wort entzogen, ja daß ihm geradezu über den Mund gefahren wird. Nicht mehr Gott hat künftig darüber zu befinden, ob Frl. Conny mit ihren Neigungen Christ sein kann, dies möchte sie gern selbst tun.
    Christsein, also das treue Festhalten an dem offenbarten und festgeschriebenen Wort, wird durch solche Meinungsverbote kriminalisiert, womit auch die Frage von Christian Jung beantwortet ist, warum denn der Begriff »Christenverfolgung« in die Diskussion eingeflossen sei. Die Einschüchterung von Christen, indem wesentliche biblische Aussagen als »außerhalb jeder sozialen Ordnung« dargestellt werden, ist der erste Schritt, der physischer Verfolgung den Weg ebnet. Nächstens werden solche Aussagen direkt kriminalisiert. Die europäischen »Diskriminierungsrichtlinien« zielen z. B. in diese Richtung. Die Meinungsdiktatur ist perfekt, wenn — wie Z. Klimowa dankenswerterweise schon andeutet — selbst der Hinweis auf nachweisbare Tatsachen unterdrückt wird.

  9. Nessaja sagt:

    Geier nennt Conny “Frl. Conny” (Was soll das? Will er sie klein machen?), meint sie wolle nicht Gott bestimmen lassen, wer Christ sein kann, sondern es selbst tun zu wollen.
    Aber er und seine Geschwister wollen doch auch “bestimmen”/ geben vor zu wissen, wer Christ sein kann und wer nicht.
    Oder verstehe ich das gerade falsch.
    Exegese (Auslegung der Bibel) ist eben nicht so leicht.

  10. Peekaboo sagt:

    Hat einer die absolute Wahrheit für sich gepachtet hat, kann ein anderer nur noch die Unwahrheit sprechen. Das liegt nunmal in der Natur der Sache.
    Konsensfindung bedingt jedoch eine Bewegung aufeinander zu.
    Ob es nicht am Ende doch verschiedene gleichwertige Wahrheiten geben könnte? Wir würden es eines Tages erfahren.

    Jeder Mensch, darf leben, wie er möchte, solange er niemandem Schaden zufügt. Ein heterosexuell lebendes Paar fügt mir ebenso wenig Schaden zu, wie ein homosexuelles.
    Ein Christ, der mich für abartig, krank oder gar besessen erklärt, schon.
    Ich erlaube mir, mich davon zu distanzieren.

    Ich verstehe mittlerweile jedoch durchaus, dass fundamentalistische Christen die Bibel in der Art auslegen müssen, wie sie es tun. Eine andere Auslegung würde wohl ein zu hohes Maß an Toleranz fordern.
    Wie gut, dass am Ende ein anderer das Urteil spricht.

    Ich erkenne Christen nicht am Maß der Hartnäckigkeit und Intoleranz gegen Andersdenkende, sondern an der Fürsorglichkeit und Achtung, mit der Andersdenkenden begegnet wird. Ebenso in der Wahl der respektvollen Anrede in Antwortpostings. :-)

    Christ oder Nichtchrist, dieses Urteil steht nun mal niemandem zu. Das regelt Gott schon alleine. Er scheint mir persönlich allerdings tatsächlich weitaus interessierter an den Menschenseelen, als am Blick in deren Schlafzimmer.
    Knutschereien in der Öffentlichkeit finde ich übrigens weder bei homosexuellen noch bei hetero Paaren attraktiv oder gar angebracht. Das wäre dann schon wieder eher etwas fürs Schlafzimmer. :-)

  11. N. Franz sagt:

    @Conny
    Ich möchte mich für die verletzenden und peinlichen Kommentare von Geier entschuldigen, da ich auch Christ bin. Sehen Sie’s ihm nach – wir sind alle nur Menschen.

    @Geier
    Ich würde Ihnen empfehlen, sich ein anderes Hobby zu suchen als Menschen, die nicht Ihrer Meinung sind, zu beschimpfen und irgendwelche Verschwörungstheorien zusammen zu basteln. Ich bin konservativer Protestant und teile die Einschätzung von Frau Düsing. Es wäre für Sie, Geier, dran, mal die Art und Weise Ihres Missionsverständnisses zu überdenken.

  12. Conny sagt:

    Sehr geehrte Frau Klimowa, das “vierfach höheres Risiko ( … ) sich an AIDS zu infizieren” SIND vor allem jene Menschen, die sexuell mit wechselnden PartnerInnen exzessiv und ungeschützt verkehren. Solche Menschen gibt es mit jeder sexuellen Orientierung.
    @ Herr (oder Frau?) Geier: ich kommuniziere gern und oft mit Gott. Gott schuf und kennt mich so wie ich jetzt und hier bin und ich maße mir nicht an, an dieser Schöpfung herumzumäkeln. Denn, wie gesagt, Gott hat darüber zu befinden, ob ich Christin sein kann. Deshalb bin ich´s ja auch…
    Denk(t) mal: “Die Einschüchterung von” Homosexuellen Menschen “indem wesentliche biblische Aussagen als »außerhalb jeder sozialen Ordnung« dargestellt werden, ist der erste Schritt, der physischer Verfolgung den Weg ebnet.”
    Eben!

  13. Tia sagt:

    Herr Geier, vielleicht sollten Sie den Beitrag von Conny aufmerksamer lesen. Ich kann nirgendwo lesen, dass sie “Gott über den Mund fährt”, ganz im Gegenteil!

    Wer hat denn darüber entschieden, bzw wer wußte denn bereits schon lange bevor ich auf die Welt kam, wie ich mal werde. Kein anderer als Gott selbst. Denn im Psalm 139 steht geschrieben:

    13 Denn du hast meine Nieren bereitet
    und hast mich gebildet im Mutterleibe.

    14 Ich danke dir dafür,
    dass ich wunderbar gemacht bin;
    wunderbar sind deine Werke;
    das erkennt meine Seele.

    15 Es war dir mein Gebein nicht verborgen, /
    als ich im Verborgenen gemacht wurde,
    als ich gebildet wurde unten in der Erde.

    16 Deine Augen sahen mich,
    als ich noch nicht bereitet war,
    und alle Tage waren in dein Buch geschrieben,
    die noch werden sollten und von denen keiner da war.

    Hätte Gott nicht gewollt, dass ich SO werde, nämlich lesbisch, hätte er es sicher zu verhindern gewußt, dass ich auf die Welt komme. Daraus schließe ich, dass Gott mich SO liebt, wie ich bin, nämlich lesbisch, und dass ich auch als lesbische Frau Christin sein darf.

    Und vom Lesbischsein geheilt werden möchte ich ganz sicher nicht, denn ich fühle mich so wie ich bin RICHTIG und sehr wohl!! Im Übrigen kann ich Madeleine nur zustimmen! Danke!

  14. Geier sagt:

    Ja, Nessaja. Sie verstehen das gerade falsch. Es gibt eben einen substantiellen Unterschied zwischen »bestimmen wer Christ sein kann und wer nicht« und »wissen wer Christ sein kann und wer nicht«.
    Was gibt es denn gegen die Bezeichnung bzw. Anrede »Fräulein« einzuwenden? Daß Frl. Conny unverheiratet sein müsse, habe ich aus der Schilderung ihrer Lebensumstände geschlossen, und unverheiratete Weibliche werden im Deutschen nun einmal als »Fräulein« bezeichnet.

  15. Geier sagt:

    Hätte Gott nicht gewollt, dass ich SO werde, nämlich lesbisch, hätte er es sicher zu verhindern gewußt, dass ich auf die Welt komme. Daraus schließe ich, dass Gott mich SO liebt, wie ich bin, nämlich lesbisch, und dass ich auch als lesbische Frau Christin sein darf.

    Das ist eine Super-Argumentation. Würden Sie diesen logischen Schluß auch so für, sagen wir mal, Pädophile stehenlassen oder für Occultisten?

    Sehr geehrte »Gott-liebt-mich-so-wie-ich-bin«-Theologen, anhand obiger Kommentare können Sie einmal am prallen Leben beobachten, wo diese Irrlehre, wenn man sie nur einmal konsequent zu Ende denkt, wirklich hinführt: Zur Abschaffung des Sündenbegriffes überhaupt.

  16. Gelbe-Haußen sagt:

    “Jeder Mensch, darf leben, wie er möchte”
    Kommentar Gottes aus SEINEM WORT, der Bibel:
    “Prediger 11,9: …Tu, was dein Herz gelüstet und deinen Augen gefällt; aber wisse, dass dich Gott um das alles vor Gericht ziehen wird.”

    Durch andauerndes Propagieren von unbiblischen Sexualpraktiken wird sich unser HERR und GOTT nicht eines Besseren belehren lassen. Sollte Gott seine heiligen Gebote und Lebenshilfen auf Grund des Drucks von Medien, Politikern, Huk-Funktionären und seitens des “Lesben- und Schwulenreferats der Universität zu Köln” (LUSK) aufgeben und seine Meinung ändern? Gottes ewig gültiges Wort, die Bibel, sagt etwas anderes, nämlich: Jesaja 5,20: Weh denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen! Prediger 11,9: So freue dich, Jüngling, in deiner Jugend und lass dein Herz guter Dinge sein in deinen jungen Tagen.

    3Mo 18,22 Du sollst nicht bei einem Mann liegen wie bei einer Frau; es ist ein Gräuel.

    3Mo 20,13 Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; Blutschuld lastet auf ihnen.

    Wenn man das nicht anerkennen will oder kann, sollte man diese “Meinung” wenigstens akzeptieren!
    Randalieren, diffamieren und “Untersagen” (wie es Volker Beck ausdrückt!), verbieten zeugt nur von Unsicherheit, nicht aber von Demokratieverständnis
    Es kann doch nicht angehen , daß eine kleine Randgruppe (Homosexuelle und Lesben) und Ihre Lobby bestimmt, was in einer Demokratie gesagt und gelebt werden darf!

  17. Nessaja sagt:

    Sorry, ein wenig “off topic” an Geier:
    das “Fräulein” ist im Deutschen schon über 20 Jahre “raus” (auch laut Knigge).
    Man verwendet den Begriff “Frau” unabhängig davon, ob verheiratet oder ledig.
    Ich nenne einen unverheirateten Mann ja auch nicht “Herrlein”.

  18. nico sagt:

    Sie sind nicht ganz auf dem Laufenden, Geier.
    Laut wikipedia bezieht sich Ihre Sprachform auf den Sprachgebrauch der 70er Jahre. Seitdem hat sich im Frauenbild – und auch der Anrede einiges getan.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Fräulein

    Weiter gibt dieser Artikel im Übrigen auch Auskunft darüber, wie das von Ihnen benutzte “Fräulein” an dieser Stelle wirkt, nämlich: “Gelegentlich aber wird das Wort „Fräulein“ auch benutzt, um damit die so Bezeichneten abzuwerten (Nicht-Verheiratet-Sein als angebliches Symptom von Unreife oder mangelnder Seriosität)”. Das wirkt auch auf mich als Mann in Bezug auf Conny und ihre Aussage abwertend.

    Ich meine, wir als Christen täten gut daran, uns als Getaufte in der Liebe Gottes zu wissen und eine Wertung anderer Menschen und ihrer Lebenumstände nicht selbst vorzunehmen – es sei denn, sie gereichen definitiv zum Schaden anderer. Das kann ich pauschalierend für Homosexuelle NICHT so sehen – Missbrauchende sind in allen sexuellen Orientierungen zu finden (leider).
    Genauso ist auch Liebe zwischen Menschen in allen Formen sexueller Orientierung zu sehen. Gott gewollt – so bin ich mir sicher!

    Meine Frau und ich haben die Erfahrung gemacht, dass gerade Homosexuelle als Randgruppe ihr Christentum bewusster und herzlicher leben als so manches Gemeindemitglied, welches verurteilend und angeblich wissend, was Gott wie sieht, engen Herzens über andere Menschen richten.

    Unsere Aufgabe als Christen ist es nicht, ein MUSS zu verkünden, sondern die Liebe Gottes zu allen Menschen.

  19. aseglinde sagt:

    Das “Wissen, wer Christ sein kann und wer nicht” ist nicht besonders hilfreich, denn nach dem Stand Ihres “Wissens” wären Lesben/ Schwule dann eben keine Christen und nach dem Stand meines Wissens wären Sie, Herr Geier, keiner, weil Sie Dinge, die ich im Glauben als wahr erkannt habe, noch nicht einmal in Erwägung ziehen würden. Aber wo landen wir, wenn wir uns beide hinstellen und schreien: “Meine Wahrheit ist wahr – Nein , meine!”?
    Das Wort “Wissen” ist eben besser durch “Meinung” zu ersetzen – und der Umgang von Christen untereinander sollte durch ein intelligenteres und liebevolleres Verhalten geprägt sein.

    Zur Anrede (Zitat aus Wikipedia):
    Fräulein (Abk.: Frl.) war bis in die 1970er Jahre hinein die förmliche Anrede für unverheiratete Frauen gleich welchen Alters. Heute ist es üblich, erwachsene weibliche Personen mit Frau anzusprechen. Die früher übliche Anrede „Fräulein“ für unverheiratete Frauen wird heute nur noch selten verwendet oder sogar als unangemessene Anrede abgelehnt.

    Vielleicht sind Sie insgesamt nicht ganz up to date?

  20. Tia sagt:

    Herr Geier, in welchem Jahrhundert leben Sie eigentlich??? Oder gar Frau Geier?
    Lesen Sie mal das hier:

    1955 hob das Bundesinnenministerium den nationalsozialistischen Bezugserlass auf und verfügte, dass in amtlichen Schreiben jede weibliche Person, die das wünsche, mit „Frau“ bezeichnet werden müsse:

    1972 schließlich verfügte das Bundesinnenministerium, dass der Gebrauch des Wortes „Fräulein“ in Bundesbehörden zu unterlassen sei:
    „Es ist an der Zeit, im behördlichen Sprachgebrauch der Gleichstellung von Mann und Frau und dem zeitgemäßen Selbstverständnis der Frau von ihrer Stellung in der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Somit ist es nicht länger angebracht, bei der Anrede weiblicher Erwachsener im behördlichen Sprachgebrauch anders zu verfahren, als es bei männlichen Erwachsenen seit jeher üblich ist. […] Im behördlichen Sprachgebrauch ist daher für jede weibliche Erwachsene die Anrede ‚Frau‘ zu verwenden.“[3]
    (aus: Wikipedia)

    Noch Fragen????

  21. demeter sagt:

    @ geier
    Die Bezeichnung “Fräulein” ist schon recht veraltet und wird selbst für junge Frauen nicht mehr verwendet. Sie scheinen mir ein Verfechter veralteter Umgangsformen und -werte zu sein. Und so missionarisch wie Sie unterwegs sind, auch unverheiratet? Ein Herrlein?
    Sie ERRATEN die gegenwärtigen Lebensumstände von conny. Aber kennen Sie ihren Lebenslauf? Ich kenne etliche lesbisch lebende Frauen, die in jungen Jahren den gesellschaftlichen / familiären Erwartungen gemäß Ehen mit Männern eingingen und versucht haben, eine heterosexuelle Beziehung zu leben. Doch irgendwann wird einer bewusst: das ist es nicht! Das macht (seelisch) krank! Und viele finden die Kraft, sich zu IHREM Leben zu bekennen und entsprechend zu handeln. Sie waren also mal verheiratet
    -> FRAU als Anrede zwingend!
    und auch wenn Sie, Herr Geier, es nicht wissen (ob eine Frau verheiratet ist/war oder nicht) ist im Zweifelsfall die Anrede FRAU immer richtig! Und gleichwertig der Anrede “Herr soundso”.
    Aber das wird für Sie wohl schon das nächste, wie ich vermute, unliebsame Thema sein…

  22. Peekaboo sagt:

    Zitat von Geier
    Daß Frl. Conny unverheiratet sein müsse, habe ich aus der Schilderung ihrer Lebensumstände geschlossen, und unverheiratete Weibliche werden im Deutschen nun einmal als »Fräulein« bezeichnet.

    ________________________________________________________________________

    “Dass es heutzutage als einigermaßen veraltet gilt, eine junge Frau als Fräulein anzusprechen, dürfte sich inzwischen bis zu den verstocktesten Gleichberechtigungsmuffeln herumgesprochen haben.”(Quelle: Duden)

    Schon 1972 (!) verfügte das Bundesinnenministerium, dass der Gebrauch des Wortes „Fräulein“ in Bundesbehörden zu unterlassen sei.

    Ich gehe davon aus, dass Herr oder Herrlein (?) Geier das Stadium der Jugendlichkeit schon recht lange hinter sich gelassen haben müßte.

    Man kann nun mal nicht alles wissen. Das ist ja auch kein Problem
    Ich meine, das sind erst knapp über 30 Jahre. Gut Ding will Weile haben.
    Schön, wenn solch eine Diskussion helfen kann, aktuelles und ggf. gänzlich neues Wissen zu vermitteln. ;-)

  23. Dina sagt:

    @ Geier,

    es gibt gegen die Anrede Fräulein einzuwenden, dass diese heute kaum noch – zumindest in Detschland – verwendet ist. Werde ich in Frankreich wesentlich lieber mit Melle (Mademoiselle) angesprochen als mit Madame, würde ich es doch mich sehr befremden mittlerweile in Deutschland mit Fräulein angesprochen zu werden. Außderdem finde ich es eine Verniedlichung – sprich nicht respektieren von jungen / unverheirateten Frauen. Irgendeiner/e – ich weiß es nicht mehr genau sagte passend dazu: Richtig so, dass Fräulein nicht mehr verwendet wird, junge Männer werden schließlich auch nicht mit Männlein angeredet, was die gleiche Ebene wie Fräulein ist.

    @ Dirk
    Zitat: “Vielleicht solltest du auch erklären, was die Frau Professor dort unterzeichnet hat, nämlich die so genannte „Marburger Erklärung für Freiheit und Selbstbestimmung“. Darin heißt es etwa: „Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, birgt praktizierte Homosexualität ein erhebliches gesundheitliches und psychisches Risiko“; genannt werden eine „überdurchschnittliche Anfälligkeit“ für Aids, Geschlechtskrankheiten, Depression, Ängste, Alkohol- und Drogenmissbrauch und Suizidgefährdung. Es ist von „therapeutischen Angeboten“ und der „Möglichkeit zur Veränderung von der Homosexualität zur Heterosexualität“ die Rede.
    (…)
    Die Medaille hat immer zwei Seiten, da gebe ich dir Recht. Aber dann musst auch du die andere Seite der Medaille nennen!”

    Warum ist denn das so, dass Homosexuelle Menschen oftmals mehr suizid gefährdet sind? Anfälliger für Depressionen? wWeil es die Gesellschaft ihnen so schwer macht, das zu sein, was sie sind. Ich habe in der Schule jemanden im Coming Out Prozess begleitet, und weiß wie hart das vor allem wegen der Umwelt ist. Würden andere (heterosexuelle und Christen) sich menschlicher, freundlicher, weniger ablehnend benehmen, würden sicherlich viele Probleme nicht in der Form und Schwere der Erscheinung auftreten.

  24. Geier sagt:

    Ach, haben wir nun also eine philologische Diskussion hier; ist mir auch recht. Gern gebe ich zu, dass ich von gestern bin, wie auch geschrieben steht: »Von gestern sind wir …« (Hiob 8, 9). Ich sehe partout nicht ein, warum ich jede Modeerscheinung mitmachen sollte, ob dies nun Sprache oder gesellschaftliche Wertesysteme betrifft; (jeglichem Sprachwandel setze ich sowieso hinhaltenden Widerstand entgegen, weil Sprachwandel generationenübergreifender Kommunikation im Wege steht). Wer nun meint, sich zur Fräuleinfrage äußern zu müssen, sollte aber wenigstens wissen, dass das Pendant zum Fräulein nicht das »Herrlein« ist, sonder der Jun(c)ker.

    Was den sog. Wertewandel angeht, so ist mir tatsächlich nicht zu vermitteln, dass Verhaltensweisen, die vor historisch kurzer Zeit noch strafbar waren, plötzlich meinen Beifall finden sollten, nur weil sich die gesellschaftliche Meinung dazu geändert hat. Es gehört ja gerade zu den Grundlagen christlicher Werte, dass diese unabhängig sind von öffentlichen Meinungsbildern und über Jahrtausende hin keinen Veränderungen unterworfen, weil ihr Bezugssystem schriftlich codifiziert und absolut statisch ist. Daraus ergibt sich zwingend, dass ich heute einen Sachverhalt nicht anders beurteilen kann und darf, als z. B. Paulus diesen Sachverhalt vor knapp zweitausend Jahren beurteilt hat. Dass das unmodern ist, weiß ich durchaus, aber wo steht auch geschrieben, dass wir nach größtmöglicher Modernität streben sollten?

  25. K.Zobel sagt:

    Ich freue mich über jeden Menschen, der seine moralischen Ansichten auf eigenen Erfahrungen mit der Realität und mit seinen Mitmenschen aufbaut und sich dabei nicht nur auf irgendwelche – noch dazu vollkommen willkürlich herausgepickten – Stellen aus bronzezeitlichen Textsammlungen beruft.

  26. Dietmar Ströbel sagt:

    Kleine Anmerkung zum Fräulein. Mademoiselle, Senorita, Signorina sind in den entsprechenden Länder Komplimente, die jede Frau dort gerne hört, nur in Deutschland ist es eine Beleidigung. Alles Ansichtssache?

  27. Peekaboo sagt:

    Zitat Geier:
    Daraus ergibt sich zwingend, dass ich heute einen Sachverhalt nicht anders beurteilen kann und darf, als z. B. Paulus diesen Sachverhalt vor knapp zweitausend Jahren beurteilt hat. Dass das unmodern ist, weiß ich durchaus, aber wo steht auch geschrieben, dass wir nach größtmöglicher Modernität streben sollten?
    ________________________________________________________________________

    Den Sklaven sage, daß sie sich ihren Herren in allen Dingen unterordnen, ihnen gefällig seien, nicht widersprechen, 10nichts veruntreuen, sondern sich in allem als gut und treu erweisen, damit sie der Lehre Gottes, unseres Heilands, Ehre machen in allen Stücken. (Titus, 2,1 ff)

    Paulus hat nicht im Geringsten widersprochen, als Menschen Menschen versklavt haben, sondern dies als Gott gewollt angenommen. Hier hat ebenfalls vor historisch gesehen nicht langer Zeit eine enorme Werteverschiebung stattgefunden. Der Sklave wurde übrigens tatsächlich strafrechtlich verfolgt, falls er sich den Regeln widersetzte.
    Eines Tages wehrten sich aber Menschen entgegen den Anweisungen des Paulus gegen die Sklaverei.
    Man könnte auf den Gedanken kommen, dass das sicher keine Christen gewesen sein können. Sie haben aber ggf. heftig davon profitiert, dass andere das teilweise unter Einsatz ihres Lebens taten. :-(
    Darf ein Christ denn von einer Werteverschiebung profitieren, die entgegen den Anweisungen des Paulus geschehen ist? Indirekte Nutznießung?

    Ob Paulus nicht doch im Zeitkontext gelesen werden müsste?

    Eine persönliche Frage an Sie, Herr Geier?
    Wie sollte Ihrer Meinung nach konkret reagiert werden?
    Die alten strafrechtlich relevanten Gesetze gegen Homosexuelle wieder aktivieren?

  28. Tia sagt:

    “Das ist eine Super-Argumentation. Würden Sie diesen logischen Schluss auch so für, sagen wir mal, Pädophile stehenlassen oder für Okkultisten?”

    Sie möchten mich jetzt ja nicht mit diesem Kommentar in diese Schubladen hineinpacken? Schade ich mit meiner Lebensweise meinen Mitmenschen? Füge ich ihnen Leid zu? Nur weil ich Frauen liebe? Bin ich etwa eine Verbrecherin? Nur weil ich Frauen liebe?

    “Was den sog. Wertewandel angeht, so ist mir tatsächlich nicht zu vermitteln, dass Verhaltensweisen, die vor historisch kurzer Zeit noch strafbar waren, plötzlich meinen Beifall finden sollten, nur weil sich die gesellschaftliche Meinung dazu geändert hat.”

    Hm….Herr Geier, was möchten Sie denn am Liebsten? Mich als frauenliebende Frau wegen aus Ihrer ewig gestrigen Sicht strafbarer Handlungen anklagen und verurteilen lassen? Nur weil ich Frauen liebe?

    Mir fehlen echt die Worte……und ich werde ganz sicher nicht mehr hier weiter diskutieren.

  29. Geier sagt:

    Ob Paulus nicht doch im Zeitkontext gelesen werden müsste?

    Eben gerade das tun sie aber nicht, indem Sie mit »Onkel Toms Hütte« im Hinterkopf menschenverachtende Formen der Sklaverei, die sich hauptsächlich Jahrhunderte später entwickelt haben, in die Sätze von Paulus »hineindenken«. Paulus redet hier von einer Sklaverei gemäß den strengen Regeln der Torah, und die läßt sich noch am ehesten auf heutige Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnisse übertragen, ja man kann sicher sagen, daß einige heutige Zeitarbeiter sicher gern mit einigen der damaligen Sklaven tauschen würden, was eigenverantwortliches Arbeiten und allgemeine Lebensqualität angeht. Wenn Sie die Bibel nicht selektiv lesen, sondern auch einmal Eph. 6, 9 ansehen, werden Sie feststellen, daß Paulus durchaus auch den Herren der Sklaven Anweisungen gibt, die in der Gesamtschau auf einen Interessenausgleich zwischen Herren und Sklaven hinwirken. So »modern« (im Sinne von anwendbar) ist Paulus!
    Was die damalige Schuldsklaverei angeht, so könnte ein Rechtskonstrukt, das gewissenlose Schuldenmacher (die beschlossen haben, auf Kosten anderer zu leben, indem sie Schulden aufhäufen, die sie niemals zurückzahlen wollen oder können) dazu zwänge, diese beim Gläubiger abzuarbeiten, vielleicht auch heute einiges zum Rechtsfrieden beitragen.

    Wie sollte Ihrer Meinung nach konkret reagiert werden?
    Die alten strafrechtlich relevanten Gesetze gegen Homosexuelle wieder aktivieren?

    Peekaboo, für einen Moment ist mir doch tatsächlich der Gedanke gekommen, Sie könnten mich aufs Glatteis führen wollen, ich will aber zu Ihren Gunsten einmal annehmen, Sie wüßten es wirklich nicht besser und erkläre es deshalb: Der Unterschied zwischen einem islamischen Fundamentalisten und einem christlichen Fundamentalisten besteht unter anderem darin, daß der erstere seine Weltsicht gern als allgemeinverbindlichen Oktroy für die ganze menschliche Gesellschaft verwirklicht sähe, während der zweitere — in Anerkenntnis der Tatsache, daß das Fleisch gemäß R. 8, 7 überhaupt nicht in der Lage ist, sich dem Gebot Gottes zu unterordnen — sich auf die Gültigkeit seiner Normative für das »kleine Herdlein« beschränkt. Christliche Fundamentalisten sind in diesem Sinne keine »Weltverbesserer«, sie werden nicht dafür sorgen, daß Homosexuelle an Baukräne gehängt werden wie z. B. im Iran, sie beschränken sich darauf, die absolute Unvereinbarkeit von Christsein und Homosexualität festzustellen.

    Postscriptum: Ich gestatte mir, darauf hinzuweisen, daß mein voriger Kommentar (12. Dezember 2009 um 12:35) nicht in der Originalfassung vorliegt, sondern vom Moderator editiert wurde.
    [Anm. des Moderators: Was genau kritisieren Sie? Ihr Post wurde nahezu unverändert eingestellt, inhaltliche Korrekturen wurden nicht vorgenommen und wären auch nicht die Aufgabe des Moderators.]

  30. Conny sagt:

    Noch einmal zum eigentlichen Blogeintrag: ich habe mir den Text, dessen Unterzeichnung auch durch Frau Prof. Düsing Anlass zu den Protesten der Kölner Studierenden gab, mehrfach durchgelesen. Anmerken möchte ich dazu abschließend folgendes:
    Den Überschriftsteil „gegen totalitäre Bestrebungen der Lesben- und Schwulenverbände“ kann ich nur abwertend und diskriminierend lesen. Gerade Menschen, die sich „Für Freiheit und Selbstbestimmung“ einsetzen, Totalitarismusbestrebungen zu unterstellen ist, vorsichtig gesagt, eine die Tatsachen verdrehende Unterstellung. Außerdem: „konkrete therapeutische Angebote für Menschen, die ( … ) die Möglichkeit zur Veränderung von der Homosexualität zur Heterosexualität“ anstreben, kritisiere ich, auch wenn „International ausgewiesene Wissenschaftler und klinische Therapeuten ( … )mit ihrer Arbeit“ bezeugen, „dass Veränderung einer homosexuellen Neigung möglich ist“, aus prinzipiellen Gründen, wenn sie (wie z. B. bei “Wüstenstrom”) eben das zum Ziel haben: Beratung und erst recht Therapie hat ergebnisoffen stattzufinden, auch wenn die ratsuchenden Menschen zu Beginn evtl. etwas anderes postulieren. Beratung bzw. Therapie dient der Wiedererlangung seelischer und dadurch auch körperlicher Gesundheit. Mit einem vorgegebenen Ziel zu beraten oder zu therapieren ist wissenschaftlich und medizinisch keine korrekte Arbeitsweise. Ich denke, dass das auch in christlichen Ausbildungsgängen für diese Berufe so vermittelt wird.
    Weiterhin: was sind „Risiken und Folgen praktizierter Homosexualität für den Einzelnen und die Gesellschaft“? Mir fallen keine ein. Gesellschaftlich schädlich “für den Einzelnen und die Gesellschaft” in diesem Sinn sind meines Erachtens Verhaltensweisen, die mich und andere Menschen schädigen – ob sie nun sexueller oder anderer Natur sind. Und solche Verhaltensweisen sind – wie oben schon mehrfach erwähnt – unter Menschen aller (sexueller) Orientierungen zu finden!
    Bemerken möchte ich noch: im Gebet habe ich die Möglichkeit, mit Gott zu sprechen; ich brauche also keine anderen Menschen, die mir, sozusagen als „Zwischenstation“, erklären (wollen) was Gott mir sagt/antwortet. Wenn aber Menschen anderen Menschen ihr Mensch-Sein absprechen – mit welcher Begründung auch immer – dann hat das, wie gesagt, nichts mit Meinungsfreiheit zu tun sondern ist zutiefst diskriminierend und menschenverachtend. Nicht nur die Weltgeschichte, auch die Bibel zeigt uns, wohin das führen kann…
    Mt. 7/ 1 – 5, 1. Kor. 4, gelesen in “Hoffnung für alle”:
    “Urteilt nicht über andere, damit Gott euch nicht verurteilt. 2 Denn so wie ihr jetzt andere verurteilt, werdet auch ihr verurteilt werden. Und mit dem Maßstab, den ihr an andere legt, wird man euch selber messen.”
    “Woher nimmst du dir das Recht dazu? Bist du etwas Besonderes? Alles, was du besitzt, hat Gott dir doch geschenkt. Hat er dir aber alles geschenkt, wie kannst du dann damit prahlen, als wäre es dein eigenes Verdienst?”

  31. Geier sagt:

    [Anm. des Moderators: Was genau kritisieren Sie? Ihr Post wurde nahezu unverändert eingestellt ….]

    Auch wenn jemand »nur« in meiner Orthographie herumrührt, wäre eine Kennzeichnung angemessen, daß der Eintrag administrativ bearbeitet wurde. Ein Eintrag in sog. Neuer Rechtschreibung ist eben nicht mehr mein Eintrag. Für den Leser sieht es so aus, als würde ich neuerdings auch umgefallen sein in der Rechtschreibfrage. Da ich von berufs wegen damit befaßt bin, ist das rufschädigend.
    [Anm. des Moderators: Sie sollten sich überlegen, welchen Zweck dieser Blog verfolgt - ein Blog ist kein Mittel zum Zweck. Ein korrektes, vorsichtiges Redigieren als 'rufschädigend' zu bezeichnen, schießt meilenweit über das Ziel hinaus. Sie sollten sich einmal Ihre Wortwahl überlegen - ist das noch angemessen?]

    Conny sagt: Beratung bzw. Therapie dient der Wiedererlangung seelischer und dadurch auch körperlicher Gesundheit. Mit einem vorgegebenen Ziel zu beraten oder zu therapieren ist wissenschaftlich und medizinisch keine korrekte Arbeitsweise.

    Das ist, mit Verlaub, absurd. Jede seriöse Therapie hat ein Therapieziel, warum sollte sich jemand denn überhaupt auf eine Therapie einlassen (die ja immer mit Beschwer verbunden ist) wenn er nicht ein bestimmtes Ziel erreichen will? Es ist ja nun wahrlich nicht so, daß die Jungs von Wüstenstrom schwer bewaffnet eine Schwulenbar stürmen würden und alle Anwesenden einer Zwangstherapie unterziehen. Wer eine Therapie beginnt, will von sich aus seinen Istzustand ändern, und wenn er nur einen Schnupfen oder Zahnschmerzen loswerden will: Ohne Therapieziel gibt es per definitionem keine Therapie (und man stelle sich nur einmal den Internisten vor, der ziellos an einem Gallenstein herumtherapiert, um den ganzen Unsinn der These von der Therapie ohne Zielvorgabe zu erfassen).

    Mir fallen keine ein.

    Einfach tapfer weiter nachdenken.

    Wenn aber Menschen anderen Menschen ihr Mensch-Sein absprechen …

    Wer hat das denn in diesem Zusammenhang hier getan?

    “Hoffnung für alle” … “Woher nimmst du dir das Recht dazu? Bist du etwas Besonderes?

    Wir sind damit zwar schon wieder off topic, aber eine Übertragung, die »τίς γάρ σε διακρίνει« (»wer beurteilt dich denn«) mit »Woher nimmst du dir das Recht dazu? Bist du etwas Besonderes?« wiedergibt, sollte man vielleicht doch lieber nicht als Bibel bezeichnen.
    Aber mal davon abgesehen, sind die angeführten Verse ohnehin denkbar ungeeignet, um Sachurteile zu diskreditieren. Wenn also, um noch einmal aufs Thema zurückzukommen, eine bestimmte Verhaltensweise als unvereinbar mit christlichem Wandel bezeichnet wird, dann ist dies ein Sachurteil und nicht ein unzulässiges Verurteilen einer Person (welche sich dem Urteil über ihr Verhalten ja jederzeit entziehen kann, indem sie dessen Veränderung anstrebt). Dies ist nicht nur legitim, sondern geradezu geboten: »Habt keine Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, vielmehr überführt diesbezüglich!« (Eph. 5. 11). »Der geistliche [Mensch] beurteilt alles« (1. Kor. 2, 15).

  32. Fabian sagt:

    Selbst wenn es, was ich bestreiten würde, so wäre, dass Homosexualität mit psychischen Krankheiten einhergehen, dann ist doch nach dem Grund zu fragen.
    Die Homosexualität ist nicht der Grund für die Belastungen. Es sind die verletzenden, abwertenden und, ja, diskriminierenden Reaktionen des Umfeldes. Die Legalisierung der Homosexualität und die Kriminalisierung der Diskriminierung sind sinnvolle Reaktionen auf das von Intoleranz verursachte Leiden. Keine Toleranz den Intoleranten, das hatten wir schon und das war schlimm. Wenn jemand das historische, bedeutsame und wichtige Dokument “Bibel” als direktes Wort von Gott sehen möchte, dann darf er das. Aber gebt Gott was Gottes ist und dem Kaiser was des Kaisers ist.

    Interessant finde ich an diesem Punkt, dass sich der Umgang mit Homosexualität im christlichen und muslimischen Fundamentalismus/Extremismus sehr gleich. Das ist nicht nur spannend, sondern auch bedrohlich. Man fragt sich, wen der Bundesinnenminister nicht vielleicht eher überwachen sollte.

    Homosexualität tut niemandem an sich weh, alles was einvernehmlich geschieht und geschehen kann, muss man nicht mögen, aber soll es nicht abwerten. Um zum Lateinunterricht zu kommen: “tolerare” heißt “aushalten”, nicht mögen. halten Sie es aus. Sie schaffen das, die Menschen sind auch “Gottes Kinder” und tun niemandem was zu leide.
    Der Vergleich zwischen der Legalisierung von Homosexualität und einer angeblich angestrebten Legalisierung von Pädophilie ist pervers und ungerecht. Dieser Vergleich ist für mich höchst brutal und verletzend für jeden empfindenden Menschen. Er ist unchristlich.

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